Der Rainer Wald - ein Paradies nicht nur für Spechte

Es ist schon eine liebgewordene Tradition der Naturschützer im Landkreis, die Schätze unserer näheren und ferneren Heimat gemeinsam zu erkunden. Diesmal führte der Weg in ein Kleinod in der Nähe von Straubing, den „Rainer Wald“

16.05.2017

der Rainer Wald – ein Paradies – nicht nur für Spechte

 

Es ist schon eine liebgewordene Tradition der Naturschützer im Landkreis, die Schätze unserer näheren und ferneren Heimat gemeinsam zu erkunden. Diesmal führte der Weg in ein Kleinod in der Nähe von Straubing, den „Rainer Wald“, soeben von Minister Helmut Brunner als Naturwaldreservat unter Schutz gestellt. Der Rainer Wald ist das bayernweit zweite Naturwaldreservat in Privatbesitz, weil es sich im Eigentum des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) befindet. „Er ist ein wichtiger Mosaikstein in unserem flächendeckenden Netz künftiger kleiner Urwälder in Bayern“, erklärte Forstminister Brunner. Und wirklich, alles, was einen Wald aus Naturschutzsicht wertvoll macht, ist hier zu finden: eine bemerkenswerte Artenvielfalt, ein großer Strukturreichtum und eine Urwüchsigkeit, wie es sie nur noch selten gibt. Einer, der maßgeblich mitverantwortlich ist für den Umbau des Waldes im Zeichen des Klimawandels, Herr Dr. Martin Werneyer vom LBV, führte die große, sehr interessierte Gruppe durch die verschiedenen Areale des 230 h großen Gebietes. Er erzählte, dass der Rainer Wald im Mündungsgebiet der Großen Laaber liegt, sodass man große Erlen-Bruchwälder findet, auf höherem Gelände Erlen-Eschen-Auwälder und dann, wenn das Gelände weiter ansteigt, auch Eichen-Hainbuchen Gebiete. Vielfältig ist im Rainer Wald auch die Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren. Diese Artenvielfalt hängt eng zusammen mit dem Naturcharakter des Waldes, wobei gilt, je „unordentlicher“ ein Wald ist, desto artenreicher wird er. Denn vom toten, morschen Holz leben unzählige  Pflanzen und Tiere, Pilze,

Wildbienen, Wespen, Ameisen, Schnecken, Würmer und Käfer, die emsig das Holz zersetzen, bis es endlich Humus ist. Eine besondere Rarität im RainerWald ist der in Bayern vom Aussterben bedrohte Bockkäfer Chlorophorus figuratus. Herr Dr. Werneyer erklärte abschließend, wie wichtig der Rainer Wald im bayernweiten Biotopverbund, dem „BayernNetznatur“ ist. Das Projektziel ist eine nachhaltige und natürliche Waldentwicklung, damit der Rainer Wald auch in Zukunft eine Arche Noah für Pflanzen, Tiere und auch ein Wald für die Bürger bleibt. So ist ein jeder eingeladen, diesen einmaligen Wald zu besuchen und zu bestaunen, das heißt „Betreten erlaubt“.

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