Neue Kiebitz-Brutreviere entdeckt

Die Meisten fühlen sich genervt, wenn alle halbe Stunde das Telefon läutet. Nicht so der Landauer Naturschutzwächter und BN-Ortsvorsitzende Franz Meindl und seine Frau Gisela.

17.04.2018

Dingolfing-Landau: Die Meisten fühlen sich genervt, wenn alle halbe Stunde das Telefon läutet. Nicht so der Landauer Naturschutzwächter und BN-Ortsvorsitzende Franz Meindl und seine Frau Gisela. Sie sind Ansprechpartner für die Kiebitz-Volkskartierung, die dieses Jahr vom Bund Naturschutz und Landschaftspflegeverband durchgeführt wird. Die Kartierung hat zum Ziel, erstmals alle Brutreviere des Kiebitz im Landkreis zu erfassen und zu dokumentieren. Dazu setzten die Naturschützer auf die Mithilfe der gesamten Bevölkerung. Seit Anfang März erscheinen Hinweise in der örtlichen Presse, die zum Mitmachen aufrufen. Viele, viele naturinteressierte Landkreisbürger haben seitdem schon angerufen. Seit Ende März sind mehrere Vogelkenner nun im Landkreis unterwegs um die Meldungen genauer zu untersuchen. Inzwischen haben alle Brutpaare ihre Reviere fest bezogen und bebrüten ihre Nester. Meistens sitzen die Weibchen auf den 4 Eiern und das Männchen steht in einiger Entfernung Wache. Das ist auch die Chance für die Beobachter die Brutplätze zu entdecken, denn auf dem Nest sitzende Vögel sind meist sehr versteckt. Durch die Bürgermeldungen konnten schon viele neue Brutplätze entdeckt werden. So zum Beispiel rund um Simbach, bei Frontenhausen, bei Mengkofen, östlich von Eichendorf und im Isartal südlich der Autobahn.  All diese Brutreviere können neu in die amtliche Artenschutzkartierung aufgenommen werden und erstmals bekommt man jetzt auch verlässliche Zahlen, wie viel Kiebitze im Landkreis wirklich brüten. Sicher ist aber schon jetzt, dass in unserem Landkreis über 70% der niederbayerischen und über 30% der bayerischen Kiebitze brüten. Wir haben damit eine ganz besondere Verantwortung für diese hübschen Feldvögel mit ihrem langen Federschopf. Interessant ist auch die Erkenntnis, dass Kiebitze ziemlich lange in ihren angestammten Brutplätzen bleiben, auch wenn die Umgebung aufgrund Bebauung nicht mehr passt. Ein Beispiel ist Gaubitzhausen bei Kronwieden. Wie der Name schon vermuten lässt brüteten hier früher sehr viele Vögel. Obwohl jetzt das BMW-Dynamikzentrum auf den früheren Wiesen steht gibt es immer noch 4 Brutpaare auf den verbliebenen Landwirtschaftsflächen. Leider wird dieses Vorkommen in den nächsten Jahren trotzdem erlöschen, da die Industriehallen den Nistplätzen immer näher rücken. Das Gebiet südlich der Autobahn zwischen den Anschlussstellen Dingolfing-Ost und Pilsting-Großköllnbach müsste unbedingt von weiterer Bebauung freigehalten werden.  Hier kommen Kiebitze noch häufig vor, ein Zeichen dafür, dass die Natur noch intakt ist.  Denn wo der Kiebitz kein Auskommen mehr hat, sieht es auch für Feldhase, Rebhuh, Fasan, Feldlerche, Wachtel und weitere Offenlandbewohner schlecht aus. Und schlussendlich hat das auch Auswirkungen auf die Gesundheit und die Psyche von uns Menschen. Für die vielen Anrufe möchten sich die Organisatoren nochmals ausdrücklich bedanken. Abgeschlossen ist die Suche noch nicht, sondern man ist weiter um jede Meldung froh. Tel. 09951/601318.