Dritter Autobahnanschluss jetzt Wirklichkeit

20.2.2015
Die Bund Naturschutz Kreisgruppe hat sich intensiv mit dem mittlerweile verwirklichten dritten Autobahnanschluss (Dingolfing-West) auseinandergesetzt. Dabei stand der eigentliche Anschluss nicht im Fokus der Diskussion, sondern der neu zu bauende südliche Zubringer. Dieser ist eine absolute Neutrassierung und wird parallel zur Isar verlaufen. Während die Auffahrt bereits in Betrieb ist, ist der Zubringer noch in der Planungsphase.

Alternativvorschlag zum dritten Autobahnanschluss

Die Bund Naturschutz Kreisgruppe hat sich intensiv mit den Planungen einer Dritten Autobahnausfahrt auf der Höhe von Kronwieden auseinandergesetzt. Die Planungen stehen im Jahr 2014 kurz vor der Ausführung. Nicht die Einwendungen von Seiten des Naturschutzes haben den Baubeginn verzögert, sondern die fehlende Bereitschaft von Grundstücksbesitzern ihre Flächen zu verkaufen. Nachfolgend einige Aktionen und Überlegungen zu diesem Projekt.

Alternativvorschlag schont Haushalte und Natur

Josef Viehbeck (Kreisgruppe), Josef Rehmeier (Ortsgruppe Dingolfing) und Franz Anneser (Ortsgruppe Moosthenning) legten Landrat Trapp einen Alternativvorschlag zum dritten Autobahnanschluss vor. Der vorhandene Anschluss West soll zu einem Kleeblatt ausgebaut werden. In Richtung Dingolfing schließt sich ein Kreisverkehr an, der den Verkehr dann zwischen BMW und Autobahn zum Dynamikzentrum leiten soll. Dieser Alternativvorschlag wäre wesentlich leichter zu verwirklichen, brächte Erleichterungen für alle Verkehrsteilnehmer, wäre billiger und würde vor allem das naturnahe Erholgungsgebiet in den Isarauen nicht berühren.  Möglicherweise wird dieser Vorschlag in das Planfeststellungsverfahren mit einfließen.

Landesverband unterstützt Aktionen gegen den 3. Autobahnanschluss

Josef Viehbeck (Kreisgruppe), Josef Rehmeier (Ortsgruppe Dingolfing) und Franz Anneser (Ortsgruppe Moosthenning) begutachten den vom geplanten Autobahnanschluss betroffenen Raum

Durch die Verbindung mit einem überflüssigen Aus- und Neubau nachgeordneter Straßen soll bei Dingolfing ein neuer Firmenanschluss für das BMW-Dynamikzentrum durchgesetzt werden. Als Alternative fordert die Kreis- und Ortsgruppegruppe Dingolfing und Loiching dagegen den Ausbau der bestehenden Anschlussstelle Dingolfing West zum „Kleeblatt“.
Im Sommer 2008 beschloss der Kreistag die Beantragung eines Planfeststellungsverfahrens für die sog. „Grüblhoftrasse“, die als Hauptziel einen neuen Autobahnanschluss südwestlich von Dingolfing hat. Das Projekt umfasst neben dem Anschluss an die A 92 eine Verbreiterung der Verbindungsstraße Dingolfing-Loiching, den Neubau einer Spange zwischen dem Kreisverkehr Grüblhof bis zur Isarbrücke bei Teisbach und den Neubau eines Zubringers von der Teisbacher bis zur Loichinger Isarbrücke. Die Planungen enden dann jedoch abrupt an kleinen Straßen bzw. Ortschaften. Eine überregionale Funktion, was eigentlich die Voraussetzung für einen allgemeinen Autobahnanschluss wäre, ist nicht erkennbar. Die Straßenbauten sind daher nach Ansicht des BN ein reines Alibi um den Anschluss für BMW irgendwie zu rechtfertigen. Sie würden aber unweigerlich zu einer deutlichen Verkehrszunahme und Verkehrsverlagerungen, auch in bisher relativ ruhigen Bereichen führen und, bereits jetzt absehbar, einen „Rattenschwanz“ weiterer Straßenplanungen zur Folge haben. Eine Umgehung des nördlich der Autobahn gelegenen Ortes Dornwang, mitten durch Wiesenbrütergebiete im Dornwanger Moos, wird schon jetzt gefordert. Durch die entlang der Isar geplanten Straßen würde außerdem ein wichtiges Naherholungsgebiet entwertet und wertvolle Lebensräume zerschnitten oder direkt zerstört. Eine im vergangenen Jahr von der Kreisgruppe in Auftrag gegebene Kartierung bestätigte die hohe Bedeutung dieses Raumes auch für den Artenschutz, da zahlreiche gefährdete und streng geschützte Arten gefunden wurden. Das Alternativkonzept des BN stellt dagegen eine naturschonende, kostengünstige Alternative dar, die eine verbesserte Anbindung für BMW ermöglicht und auch für das nahe gelegene Gewerbegebiet nutzbar wäre. Als nächsten Schritt will die Kreisgruppe gemeinsam mit den Ortsgruppen Dingolfing und Loiching nun ihren Lösungsvorschlag Landrat Heinrich Trapp, sowie dem Werkleiter von BMW und den Bürgermeistern in persönlichen Gesprächen erläutern und zugleich die Einstellung des Verfahrens beantragen.
Kurt Schmid

Dritter Autobahnanschluss geht ins Nichts

Der dritte Autobahnanschluss hat nur einen einzigen Sinn: Den überörtlichen Anschluss des BMW-Logistikzentrums. Die Fortführung der Trasse in Richtung Loiching ist sinnlos, naturzerstörend und in ihren weiteren verkehrlichen Auswirkungen unkalkulierbar. Das Bild zeigt den geplanten Verlauf der Anschlusstrasse, der irgendwie ins Nichts verläuft. 

Eine Umgehung der Umgehung ??

Keine Abkürzung - aber Naturzerstörung: angedachte Umgehung von Dornwang

Der künftige dritte Autobahnanschluss im Westen Dingolfings wird zusätzlichen Verkehr in Richtung Dornwang leiten. Diese Tatsache lässt Forderungen nach einer Umgehung von Dornwang aufkommen. Diese Forderung, so verständlich sie ist, ist in Wirklichkeit grotesk. Denn mit der Autobahn A92 und der Staatsstraße ST2111 existiert bereits eine sehr leistungsfähige Verbindung zwischen dem künftigen Autobahnanschluss und der Kreuzung Oberdietenau. Statt Überlegungen für eine Umgehungsstraße durch das Wiesenbrütergebiet bei Dornwang anzustellen, sollte man lieber überlegen wie den Mautflüchtlingen, die den Schleichweg durch Dornwang suchen, Einhalt geboten werden könnte.

Dritter Autobahnanschluss für Dingolfing zu teuer und ersetzbar

Stellungnahme 2009:
Angesichts der inzwischen relativ konkreten Planungen für den neuen Autobahnanschluss „Dingolfing-Höfen“ hat der Bund Naturschutz (BN) seine Kritik an diesem Vorhaben erneut bekräftigt. „Durch die Verknüpfung mit einem Aus- und Neubau von Kreisstraßen soll praktisch der Anschluss des BMW-Logistikzentrums an die A 92 gerechtfertigt und auf Kosten der Steuerzahler finanziert werden“, so Josef Viehbeck, der 1. Vorsitzende der BN-Kreisgruppe Dingolfing-Landau. Nach Ansicht des BN besteht für diese Straßenplanungen jedoch kein Bedarf und somit auch keine Rechtfertigung. „Eine überörtliche Notwendigkeit ist nicht erkennbar und wenn überhaupt, dann wäre höchstens eine verbesserte Anbindung des BMW-Werkes diskutabel“, sagte Viehbeck. Eine gravierende Folge der jetzigen Planungen, die im Süden an der Isar und im Norden an der Autobahn enden, ist außerdem, dass damit weitere Straßenbauten über den eigentlichen Planungsraum hinaus vorprogrammiert wären. Josef Rehmeier, Vorsitzender der BN Ortsgruppe Dingolfing, wies außerdem darauf hin, dass die geplanten Eingriffe im Grüngürtel entlang der Isar auch aus naturschutzfachlichen Gründen abzulehnen sind. „Das hat eine im Auftrag des BN durchgeführte Kartierung ausgewählter Tierarten klar bestätigt“, erklärte Rehmeier. Noch gravierender wären aber vermutlich die Auswirkungen auf die Wiesenbrütergebiete im Dornwanger Moos, wenn hier, wie bereits jetzt verlangt, eine Umgehung der Ortschaft Dornwang gebaut würde.

Ein Gesamtverkehrskonzept muss her

Beim Pressegespräch: Regionalreferent Kurt Schmid, Peter Hirmer, Landesbeauftragter Richard Mergner, Josef Viehbeck, Dr. Artur Steinhauser (BI Reisbach)

"Der Landkreis Dingolfing-Landau ist ein Brennpunkt verkehrter Verkehrspolitik". Auf dieses Fazit brachte es der Landesbeauftragte Richard Mergner bei einem Pressegespräch 2009  in Dingolfing. Verschiedene Straßenbaulastträger sind nicht in der Lage, sich zusammenzusetzten, um ein gemeinsames Konzept zu entwicklen. Leidtragende sind die Anwohner künftiger Trassen und bisher unzerschnittene Naturräume.