Keine Meisterleistung sondern ein Trauerspiel

Leserbrief zum LNP-Artikel vom 7.11.2017: "Dieser Kreuzungsumbau war eine Meisterleistung"

Als Meisterleistung feierten Landrat, Bürgermeister, Politiker, Straßenbauamt und Volksbankvertreter die Fertigstellung der neuen Brücke über die Bundesstraße 20 an der Anschlussstelle DGF 3 im Norden Landaus. Die Ortsgruppe Landau des Bund Naturschutz ist da anderer Meinung. Die Gründe sind folgende:  Der angebundene Autohof Hietzinger Wiesen wird täglich 1500 LKW Fahrten mehr in das Gebiet  bringen und das in 10 Meter Höhe. Lärm, Luftverschmutzung und nächtliche Lichtverschmutzung werden stark zunehmen, abgesehen von dem Schaden für den Klimaschutz.  Besonders die Anwohner im Norden Landaus und im Pilstinger Moos werden das negativ zu spüren bekommen. Das umweltfreundlichste Verkehrsmittel, das Fahrrad, blieb dagegen unberücksichtigt. Für eine Fahrradspur über die Brücke hat es nicht gereicht, obwohl dies die kürzeste und sicherste Radverbindung zwischen Pilsting und Landau ohne gefährliche Straßenüberquerungen gewesen wäre. Eine für Jahrzehnte hinaus vertane Chance.  Die Kosten für die B20-Brücke sind von den ursprünglich geplanten 4,5 Millionen auf 10 Millionen gestiegen. Nicht auszudenken, wenn eine solche Fehlkalkulation einem privaten Hausbauer passieren würde. Die Brücke über den Längenmühlbach wurde falsch gebaut, die Wildkorridore entlang des Baches anders ausgeführt als ursprünglich geplant was ihre Funktion für die Natur sehr fragwürdig macht. Der Flächenverbrauch ist enorm, insgesamt wurde großflächig die Natur zerstört. Hasen, Rehe, Fuchs, Dachs, Waldohreule, Neuntöter, Blaukehlchen, Zauneidechse, Laubfrosch, Fledermäuse und viele andere Wildtieren mussten das Gebiet räumen. Stattdessen gibt es hier zukünftig nur noch Asphalt, Lkws, Autos und Abgase. Eine Meisterleistung sieht anders aus. In Erinnerung kommt einem da die alte indianische Weissagung: Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet Ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.  Wer derselben Meinung ist, kann sich dem Bund Naturschutz gerne anschließen, denn je mehr Mitglieder wir haben, desto gewichtiger wird unsere Stimme.

Franz Meindl, Vorsitzender der Bund Naturschutz Ortsgruppe Landau

Kritikpunkte am Gewerbe- und Industriegebiet Hietzinger Wiesen

·         Durchschneidung ökologische Entwicklungsachse Längenmühlbach

·         Kein Radweg. Ablehnungsgrund Mehrkosten von 80.000 € (siehe Punkt 3)

·         Immense Mehrkosten. Allein für die Brücke haben sich die Kosten mehr als verdoppelt. Als Grund wurde die nachträgliche Erkenntnis vorgeschoben, dass in einem Niedermoorgebiet gebaut wurde

·         Ausgleichsmaßnahmen dilettantisch: Brücke, Eidechsenbiotope, Fischsterben, Amphibiensterben, kontaminierter Boden.