Seltener Käfer im Wallersdorf Moos aufgetaucht

Trauerrosenkäfer auf Witwenblume, Foto Alois Schrögmeier

Das Wallersdorfer Moos ist immer wieder für Überraschungen gut, wenn es um das Entdecken unserer heimischen Natur geht. Wenn er Zeit dazu findet und das Wetter schön ist, frönt  Alois Schrögmeier, Bezirksvorsitzender für Gartenbau und Landschaftspflege gerne seinem Hobby, der Naturfotografie. Abgesehen hat er es dabei hauptsächlich auf die kleinen Dinge der Natur, die er mit seinem Makroobjektiv groß heraus holt. So auch vor einigen Tagen im Moos südlich von Wallersdorf. Auf einem Biotopgrundstück des Bund Naturschutz fielen ihm dunkle Käfer auf der Blüte einer Witwenblume auf. Vom Aussehen her ähnelten sie dem grün schillernden Rosenkäfer, der häufig in den Gärten unseres Landkreises an zu treffen ist. Allerdings waren sie anders gefärbt und auch kleiner. Er hatte diese Tiere bisher noch nie gesehen.  Im Internet wurde er unter Wikipedia fündig. Er kam auf den Schwarzen oder Trauer-Rosenkäfer, allerdings kommt dieser nach dem Internet Lexikon nur in warmen Steppen in Nordafrika und den Mittelmeerländern vor. Schließlich kontaktierte er den Biologen Dr. Jochen Späth vom Landschaftspflegeverband, der den Trauer-Rosenkäfer bestätigte und ob des seltenen Fundes nicht wenig erstaunt war. Die Art ist in Bayern und sogar ganz Deutschland in der Roten Liste als stark gefährdet eingestuft und bisher aus unserem Landkreis nicht bekannt. Bei weiterem Suchen in der Literatur kommt man darauf, dass seit rund 10 Jahren ein gehäuftes Auftreten der Käferart nördlich der Alpen beobachtet wird. Mehrere Autoren werten dies als ein weiteres Indiz für den fortschreitenden Klimawandel. 2002 wurden die Käfer sogar erstmals im kühlen Bayerischen Wald bei Haidmühle über 700m Höhe entdeckt, was für eine wärmeliebende Steppenart mehr als außergewöhnlich ist. Die Käfer sind ca. 8-13mm lang, schwarz mit weißen Flecken und glänzend behaart. Ihre 25mm langen Larven oder Engerlinge leben im Boden und morschen Holz. Schädlich sind die Käfer nicht, sie ernähren sich von Blütenpollen und die Larven von Wurzeln. Um mehr über den seltenen Käfer in unserem Landkreis zu erfahren, sollen weitere Funde dem Landschaftspflegeverband Dingolfing-Landau, Tel. 08731 87307 oder Alois Schrögmeier  Tel. 09954 1374 mitgeteilt werden.