Pilz des Monats April - Die Speisemorchel

Die essbare Speisemorchel und die giftige Frühjahrslorchel unterscheiden sich in der Oberflächenstruktur

Morcheln sind von April bis Juni in unseren Auwäldern zu finden und gehören zu den schmackhaftesten Pilzen überhaupt. Deshalb werden sie auch zur Wuchszeit auf Märkten gehandelt.

Die Speisemorchel gehört zur Gattung Morchella - Morcheln und damit zur Abteilung der Schlauchpilze. Die Gattung enthält ca. 20 Arten. In unserer Heimat sind Speisemorchel (Morchella esculenta), Spitz-Morchel (Morchella elata) und Käppchen-Morchel (Morchella gigas) zu finden.
Der Fruchtkörper der Speisemorchel ist in Farbe und Form sehr veränderlich und deutlich in Hut und Stil unterteilt. Die Gesamthöhe beträgt ca. 3 bis 20 cm. Der Hut ist walzenförmig, rundlich oder breit kegelförmig, mit unregelmäßigen, wabenartigen Vertiefungen.
Die äußeren, leistenartigen Kanten sind im allgemeinen nicht längs ausgerichtet. Die untere Hutseite ist mit dem Stil verwachsen und meist weißlich bis ockerfarbig. Der gesamte Pilz ist innen hohl und hat eine sehr brüchige Konsistenz. Der Geruch und der Geschmack sind angenehm aromatisch und mild.
Die Speisemorchel ist an lichten Stellen in Laub- und Mischwäldern, bei uns vor allem in Auwäldern unter Eschen, meist gleichzeitig mit dem Austrieb der Blätter zu finden.
Die überaus veränderliche Speisemorchel ist durch ihren unregelmäßigen, wabenartigen Hut gekennzeichnet. Sie unterscheidet sich so von der Spitzmorchel, deren Hutrippen vorwiegend längs ausgerichtet sind. Bei der Käppchenmorchel oder Halbfreien Morchel, deren Erscheinungsbild wesentlich schlanker ist, sind außerdem die unteren Hutkanten nicht direkt mit dem Stil verwachsen.
Speisemorcheln sind nicht zu Unrecht sehr beliebte Sammelobjekte. Sie entwickeln ein angenehmes, nur ihnen eigenes Aroma und können als pilzlicher Leckerbissen, besonders auch in getrocknetem Zustand, bezeichnet werden.
Der klassische giftige Doppelgänger der Mocheln ist die Frühjahrs-Lorchel. Sie erscheint meist einige Wochen früher im Nadelwald, vor allem unter Kiefern. Ihr rotbrauner Hut besitzt keine wabenartigen Vertiefungen, sondern ist gehirnartig gewunden. Die Frühjahrs-Lorchel enthält Gyromitrin, ein Leber und Nieren angreifendes, wasserlösliches Zellgift.
Von Dienstag, 1. bis Sonntag, 6. Oktober findet heuer erstmals im Landkreis Dingolfing-Landau die Tagung der Bayerischen Mykologischen Gesellschaft statt. Im Rahmen dieser einwöchigen Veranstaltung wird es eine große Pilzausstellung im Gasthaus Apfelbeck in Mamming geben. Pilzsachverständiger Alfred Hussong und andere Pilzexperten stehen dort mit Rat und Tat zur Seite. Pilzfreunde sollten sich diesen Termin schon mal vormerken.