Kiebitze sind gut an ihren gewagten Flugmanövern erkennbar

 

 


Kiebitze im Wallersdorfer Moos

Kiebitze erkennt man gut an ihrem Federschopf

1.3.2014
Etwa vor einer Woche wurden heuer im Wallersdorfer Moos die ersten Kiebitz-Trupps gesichtet. Im Frühling 2013 hat Vogelexperte Walter Franziszi die Kiebitze hier kartiert und dabei über 200 Brutpaare zwischen Pilsting und der östlichen Landkreisgrenze bei Karlshof festgestellt. Das untere Isartal mit dem Wallersdorfer Moos zählt damit zu den wichtigsten Brutgebieten dieser Vogelart in ganz Bayern. Ein Anlass für den Bund Naturschutz, diese Vogelart näher vor zu stellen:Der Kiebitz (vanellus vanellus) ist ein etwa taubengroßer Regenpfeifer mit grünlich-schwarz schimmernder Oberseite, schwarzer Brust und weißer Unterseite. Auffällige Kennzeichen sind die lange, strähnige Haube, die rostroten Unterschwanzdecken und die schwarze Schwanzbinde. Im Flug erkennt man den Kiebitz an seinen breitenund runden Flügeln. Als Teilzieher kehrt der Kiebitz schon im ausgehenden Winter aus seinen Winterquartieren in Südeuropa und Nordwestafrika in unseren Landkreis zurück. Die Hauptzugzeit für den Kiebitz ist allerdings erst der März. Dann kann man ihn wieder bei seinen gewagten Flugmanövern während der Balz beobachten. Man hört dabei weithin seinen Ruf "kie-witt", dem er auch seinen Namen verdankt. Kiebitze werden bis zu 26 Jahren alt. Sie ernähren sich von Spinnen, Insekten, Larven, Weichtieren und kleinen Pflanzenteilen. Von der Vielzahl der wiesenbrütenden Vögel, die es noch vor 40 bis 50 Jahren im Isartal gab, konnte sich nur noch der Kiebitz in größeren Beständen halten. Andere Arten wie Bekassine, Grauammer, Wiesenpieper, Wachtelkönig, Uferschnepfe und Großer Brachvogel wurden mit den geänderten Lebensraumbedingungen nicht so gut fertig. Außer dem Großen Brachvogel sind sie alle in den letzten Jahrzehnten aus dem Isar- und Vilstal verschwunden. Der Kiebitz passte sich von allen Wiesenbrütern am besten andie, von uns Menschen geänderten Lebensraumbedingungen an. Das heißt der bodenbrütende Kiebitz baut sein Nest jetzt auch auf Äcker, die früher Feuchtwiesen waren. Durch die frühe Brut entkommen die jungen Kiebitze manchmal auch den Kreiselmähwerken bei Wiesen, die nicht unter Wiesenbrütervertrag stehen. Trotz dieser Anpassung werden aber auch beim Kiebitz immer weniger Exemplare gezählt, die alljährlich in unsere Fluren zurückkehren. Bleibt zu hoffen, dass die seit 30 Jahren andauernden Anstrengungen von Behörden und Verbänden im Landkreis bald eine Umkehr dieses Negativtrends bewirken. Die Bund Naturschutz Ortsgruppe Landau ist zur Zeit dabei schwerpunktmäßig im Wallersdorfer Moos Grundstücke anzukaufen und sie für Kiebitz, Brachvogel und Co zu optimieren. Letztes Jahr konnte wieder eine Fläche bei Karlshof mit Spendengeldern aus der Aktion Biotopkauf angekauft werden.