Sterntaucher am Stausee

Ettling: Viele meinen, in unserer Natur ist es langweilig. Da gibt es keine Besonderheiten und nichts zu entdecken. Schöne Natur gibt es nur woanders, in Afrika, Asien, Amerika oder in sonstigen fernen Ländern. Dem ist nicht so, weiß Franz Meindl vom Bund Naturschutz. Man muss nur lernen genau hin zu schauen und zu hören.  Dann kann man auch bei uns viele interessante Entdeckungen  machen, sogar jetzt im November. Im Herbst ziehen oft Vogelarten bei uns durch, die ihr Brutgebiet ganz woanders haben. Derzeit macht am Ettlinger Isarstausee ein Sterntaucher Rast. Bei uns ist dieser Wasservogel eine ausgesprochene Rarität. Die Brutgebiete dieses Vogels liegen an den Meeresküsten von Norwegen, Schweden, Island und Russland. Er bevorzugt kleine Seen mit Gras bewachsenen Ufern und kleinen Inselchen in unmittelbarer Küstennähe, denn zur Nahrungssuche fliegt er gerne ins Meer hinaus. Die Nahrung wird unter Wasser erbeutet und besteht aus Wasserinsekten, Schnecken, Libellenlarven und Fischen. Das Winterkleid des Sterntauchers ist leider nicht besonders farbenfroh und hat hauptsächlich die Farben Weiß und Grau. Man kann ihn jetzt leicht mit den heimischen Haubentauchern verwechseln. Anders als dieser, richtet er den Schnabel beim Schwimmen aber auffallend noch oben, der Hals ist etwas dicker und vor den Augen findet sich ein kleiner weißer Fleck. Seinen schönen Namen hat er von dem mit hellen Sternpunkten übersäten Rücken. Wer am nördlichen Damm vom Kieswerk Westenthanner bei Ettling isaraufwärts wandert, kann mit etwas Glück den Vogel entdecken. Er ist nicht besonders scheu; offenbar hat er noch keine schlechten Erfahrungen mit Menschen gemacht.