Pilz des Monats April: Die Pitzmorchel

Die Spitzmorchel: Im Unterschied zu ihrer nahen Verwandten, der Speisemorchel, besitzt die Spitzmorchel dunklere Farben und einen konisch (spitz) zulaufenden Hut (Foto: Breese)

Aktuell, von April bis Mai, sind die Pilzsammler im Morchel-Fieber. Die Auwälder an der Isar werden durchstreift auf der Suche nach der Speise- und nach der Spitzmorchel (Morchella conica). Spitzmorcheln wachsen aber auch an anderen Orten, so z.B. in Wäldern (oft bei Holzlagerplätzen), oft auch in Gärten oder in Parkanlagen, gerne auf kalkreichen, ungedüngten Wiesen. Eine Besonderheit ist das teils massenweise, aber oft nur einmalige Auftauchen auf frisch ausgebrachtem Rindenmulch. Daher auch der etwas scherzhafte Name LIDL- oder ALDI-Morchel weil dort auf neu angelegten Parkplatzflächen gerne mit Rindenmulch gearbeitet wird und die Spitzmorcheln in großen Mengen gefunden werden konnten. Erwähnenswert ist auch das teils massive Wachstum auf Brandstellen.
Der Hut ist bis max. 10 cm hoch und ca. 2-5 cm breit, mehr oder weniger spitzkegelig zulaufend und von sehr dunkler bis fast schwarzer Farbe. Die eng verwandte Speisemorchel hat einen breiteren und meist helleren Hut.Die Oberfläche des Hutes hat eine wabenartige Struktur mit deutlichen Längsrippen die durch zahlreiche Querrippen verbunden ist. Der Stiel ist weiß, glatt, furchig, meist kürzer als der Hut und ebenso wie dieser hohl.
Die zeitgleich erscheinende Gift-Lorchel zeigt im Gegensatz zu den Morcheln im Hut ein eindeutig hirnwindungsähnliches Aussehen, niemals eine Wabenstruktur.
Eine Verwechslung mit der Speisemorchel wäre nicht tragisch da es sich bei beiden Morchel-Arten um hervorragende Speisepilze handelt. Nicht ausreichend gegarte oder gekochte Morcheln führen allerdings zu Magen-Darm-Problemen!
In neuerer Zeit wurden Unverträglichkeiten beim Verzehr von Morcheln gemeldet, das sogenannte Morchella-Syndrom. In diesen Fällen wurden große Mengen meist frischer Morcheln gegessen. Symptome sind u.a. Schwindel, Zittern und Gleichgewichtsprobleme die nach einiger Zeit wieder verschwinden. Durch vorheriges Trocknen der Morcheln werden diese geschmacksvoller und das Auftreten des Morchella-Syndroms scheint dadurch verhindert. Wie auch immer sollten sich alle Pilzsammler beim Verzehr einer neuen Art an folgende Regel halten: zunächst nur kleine Mengen einer neuen Pilzart probieren um sicher zu sein dass man diese auch verträgt. Niemals gleich beim ersten Mal große Mengen zu sich nehmen, denn es kann auch bei ausgezeichneten Speisepilzen zu individuellen Unverträglichkeiten kommen. Gemäß Naturschutzgesetz dürfen Morcheln nur in kleinen Mengen für den Eigenbedarf gesammelt werden. Weitere Auskunft erteilt die Pilzgruppe Dingolfing-Landau Tel. 09951 601318.