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    Raiffeisen Handelszentrum in Ganacker wäre extrem zerstörend

    Es ist eine kräftige Ohrfeige für die landesweit gelobten Bemühungen der Kreisgruppe für das Überleben der Wiesenbrüter. Kaum wurde der Protagonist unserer Aktivitäten, Franz Meindl, mit der höchsten bayerischen Umweltauszeichnung geehrt, wurden Pläne der VR- Bank für ein großes Handelszentrum mitten im Wiesenbrütergebiet bekannt. Diese Pläne könnten das Aus für ein zentrales Brutgebiet bedeuten.

    04.11.2026

    Ganacker: Die Bund Naturschutz Kreisgruppe fordert die Verantwortlichen der VR Bank, des Ingenieurbüros OBW und den Markt Pilsting auf, ihrer Verantwortung für die Natur gerecht zu werden, und das kürzlich im Marktrat beschlossene Landwirtschaftliche Großprojekt in freier Feldflur nordöstlich von Ganacker nicht mehr weiter zu verfolgen. Die Realisierung brächte einen nicht mehr gut zu machenden Schaden für die Natur. Ein Ausgleich an anderer Stelle ist in diesem Fall nicht möglich. Laut Zeitungsberichten plant die VR-Immobilien an der Staatsstraße von Ganacker nach Wallersdorf, alte B11, ein großes, landwirtschaftliches Handelszentrum mit Lagerhallen, Getreide- und Düngersilos, Trocknungsanlage und Bürogebäuden. Anschließend daran einen großen Geflügelbetrieb für Masthähnchen oder Legehennen, wohl ähnlich dem im Ettlinger Moos oder bei Tabertshausen. Es soll nicht am Dorfrand entstehen, sondern 500 m weit weg in freier Feldlage.

    Die Felder nordöstlich von Ganacker zählen zu den wichtigsten Kiebitz-Brutgebieten in unserem Landkreis, so Franz Meindl vom Bund Naturschutz. Im Frühjahr 2024 hat er selber die Kiebitznester hier erfasst. Alleine auf dem von der geplanten Großmaßnahme betroffenen Grundstück brüteten 9Kiebitzpaare, wie auf der Karte zu sehen ist. Im näheren Umkreis der Fläche brüteten weitere 22 Kiebitzpaare. Ein Stück nördlich davon Richtung Haidlfing befindet sich der wichtigste Brachvogel-Übernachtungsplatz im unteren Isartal. Etwa 20 Große Brachvögel fliegen während der Brutzeit im Frühling täglich vom Königsauer Moos hierher, um die Nacht zu verbringen. Warum sie das tun, ist für Ornithologen immer noch ein Rätsel. Dazu kämen viele Feldlerchenpaare, Rebhühner und Flußregenpfeifer. Auch Feldhasen und Rehe sind auf der Fläche und in deren Umfeld regelmäßig zu beobachten. Durch direkte Überbauung und indirekte Einflüsse in der weiteren Umgebung wie Lärm, Lichtverschmutzung, dauernde Unruhe, würden all diesen Arten die Lebensgrundlagen entzogen.

    Im Wallersdorfer- und Königsauer Moos kämpfen wir um jedes einzelne Kiebitz- und Brachvogelbrutpaar, und hier würden die Brutplätze im großen Stil vernichtet, das kann und darf nicht sein, so Franz Meindl. Wenn das Projekt unbedingt notwendig ist, muss es an ein bestehendes Industriegebiet, wo keine Kiebitze, Feldlerchen, Rebhühner, Hasen und Rehemehr leben, angeschlossen werden. Abgesehen für den Schaden an der Natur rund um Ganacker, wäre die Anlage auch kein Segen für den Ort. Der Schwerlastverkehr wird zunehmen, der Radweg nach Wallersdorf wird unschöner und unsicherer, besonders im Bereich der Lagerhaus-Zufahrt und das Wahrzeichen von Ganacker wird nicht mehr der wunderbare barocke Kirchturm sondern die hohe Siloanlage des Handelszentrums sein. Vom 6.11.2026 bis 7.12.2026 können die Planungen mit der Bezeichnung „Flächennutzungsplanänderung Deckblatt Nr. 64 für den Bereich Ganacker Nord-Ost“ im Rathaus Pilsting oder auf der Internetseite des Marktes Pilsting eingesehen werden. In dieser Zeit können auch Stellungnahmen dazu abgegeben werden.