Rosenau: Hunger ist der beste Koch



Mit dem Erwerb einer Magerrasenfläche bei Rosenau durch den Bund Naturschutz in Bayern e. V.im Jahre 1933 begann man die hochwertigen Magerflächen im unteren Isartal zu schützen. Diese erste Fläche wurde 1940 als Naturschutzgebiet zusammen mit einem ursprünglich als Kiesgrube genutzen Weiher ausgewiesen. Es dauerte dann aber ein halbes Jahrhundert, bis man sich der Wertigkeit dieser und weiterer Magerflächen im Raum Dingolfing-Landau wiederbewusst wurde und begann, diese konsequent zu schützen, zu pflegen und zu entwickeln. Inzwischen wurden durch den Landkreis weitere Flächen dazugekauft und durch den Landschaftspflegeverband biologisch optimiert. Dafür wurde an etlichen Stellen der Oberboden bis auf eine kleine Schicht abgetragen. Die so neu entstandenen Magerflächen stehen inzwischen den ursprünglichen Magerflächen in nichts nach.
Der Blüten- und Artenreichtum dieser Flächen ist auf die extreme Nährstoffarmut zurückzuführen, die es ermöglicht, dass die speziell darauf angepassten Arten nicht von nährstoffliebenden überwuchert werden: Hunger ist in diesem Fall der beste Koch.
Exkursion auf die Magerwiese


16.5.2024
Eine botanische Exkursion für Kinder, organisiert vom Bund Naturschutz, fand unter der Leitung von Franz Dick statt. Besonders bemerkenswert war die Auswahl des Geländes für diese Entdeckertour. Besucht wurde hierfür eine Fläche, die seit 1933 dem Bund Naturschutz gehört und seitdem sachkundig mit dem Augenmerk auf die dort vorkommenden botanischen Raritäten gepflegt wird. Darüber hinaus kam diese Fläche, seit sie dem Bund Naturschutz gehört, nie mit Dünger oder Umweltgiften wie Pestiziden oder Insektiziden in Berührung. Folge dessen blüht in diesem Areal wahrlich das Leben in Form von bundesweit mittlerweile sehr selten gewordenen Pflanzenarten. Die Kinder bestaunten auf der Exkursion zum Beispiel Küchenschellen, Sommerwurzen, mehrere Nelkenarten, Ochsenaugen, den Großen Klappertopf und als ganz besonderes Highlight mehrere einheimische Orchideenarten. Franz Dick erklärte mit viel Fachwissen die Besonderheiten der jeweiligen Pflanzen ganz genau. Besonders die Fakten rund um die Hummel-Ragwurz zog die Kinder in ihren Bann. An Faltern wurden neben diversen Kleinschmetterlingen, Bläulinge und ein Schwalbenschwanz entdeckt, während die Kinder nach Pflanzen schauten und den Rufen des Kuckucks lauschten.
Neue Flächen für Küchenschelle und Knabenkraut
2019 erwarb der Bund Naturschutz eine Ackerfläche, die an das Naturschutzgebiet Rosenau angrenzt. Auf dem größten Teil der Fläche soll langfristig ein hochwertiges Magerrasenbiotop entstehen, so wie im angrenzenden Naturschutzgebiet. Vom Aussterben bedrohte Wiesenpflanzen wie Küchenschelle, Knabenkraut, Graslilie und Schwarzwurzel können sich hier wieder ausbreiten. Ein Streifen von ca. 15m Breite an der Straße entlang wird weiterhin als extensiver Acker bewirtschaftet. Hier werden zwischen Roggen und Weizen seltene Ackerwildkräuter wie Kornblume, Frauenspiegel, Kornrade und Ackerrittersporn wachsen.
Die Gestaltung des Grundstückes wird zusammen mit den Naturschutzbehörden durchgeführt. Federführung bei den Arbeiten hat der Landschaftspflegeverband Dingolfing-Landau. Diesen Herbst wurde in Teilen des Grundstückes der nährstoffreiche Oberboden abgetragen um die Entwicklung der seltenen Magerrasenpflanzen zu beschleunigen. Angesäät wird die neue Fläche mit dem Mähgut aus dem Naturschutzgebiet. Franz Schachtner aus Thürnthenning führte diese Arbeiten für den Landschaftspflegeverband durch. Er hat diese Ansaat Methode schon oft praktiziert und gute Erfahrungen gemacht. Es ist dabei gewährleistet, dass keine fremden Pflanzen eingebracht werden, das Mähgut findet eine sinnvolle Verwendung und man spart sich den Kauf von kostspieligem Saatgut. Das Naturschutzgebiet Rosenau liegt südwestlich des Kieswerkes Moosandl zwischen Bahn und B 11. Es zählt zu den wertvollsten Magerrasenflächen Deutschlands und beherbergt eine Vielzahl vom Aussterben bedrohter Pflanzen und Insekten. Ein vorrangiges Ziel des Naturschutzes im Landkreis ist es, diese Naturjuwel zu erhalten und durch Erweiterung zu verbessern. Weitergehende Informationen erteilt Dr. Späth vom Landschaftspflegeverband Dingolfing-Landau Tel. 08731/87307.















