Ackerwildkräuter ausgesät

Aktive bei der Ansaat des Ackers mit Wildkräutern per Mähgutübertragung: jahrzehntelang wurden sie aus unseren Äckern vertrieben, jetzt werden sie von Naturschützern und Bauern wieder angesät: Ackerwildkräuter

23.08.2020

Wallersdorf-Landau: Viele Wildkräuter und Blumen, die in Äckern ihr zuhause haben, zählen mittlerweile zu den bedrohtesten Arten in unserem Land. Kornrade, Acker-Frauenspiegel, AckerRittersporn, Acker-Wachtelweizen, Kornblume und Weitere kennen die Meisten nur noch aus dem Bestimmungsbuch ohne sie wirklich schon mal gesehen zu haben. Für das Funktionieren unserer Naturkreisläufe spielen sie aber dennoch eine wichtige Rolle. Für Rebhühner zum Beispiel sind sie eine wichtige Nahrungsquelle und für verschiedene Insekten überlebenswichtig. Aus diesem Grund hat jetzt der Bund Naturschutz, zusammen mit Biobauer Starzer im Wallersdorfermoos ein Ackerwildkrautprojekt gestartet. Letztes Jahr wurden dafür extra Flächen angepachtet und nun wurden sie mittels Mähgutübertragung angesäät. Das Samenmaterial stammt von Starzers Biofeldern, wo die Arten teilweise noch vorkommen. Die Kornradensamen stammen von der, für die Kräutervielfalt preisgekrönten Fläche der Stadt Landau am Bockerlradweg, die von Landwirt Hans Baierl bewirtschaftet wird. Es ist wichtig, dass die Samen direkt aus unserem Landkreis stammen, denn damit ist die genetische Anpassung an unsere Insektenwelt am besten gewährleistet. Kann sein, dass die Fläche nächstes Jahr nicht ganz so bunt blüht wie das bei gekauftem Saatgut der Fall wäre, ihr Nutzen für unsere Tierwelt ist aber garantiert höher, so Franz Meindl vom Bund Naturschutz. Der Acker liegt im Bereich des Hauptkanals und ist vom Radweg Wallersdorf-Ettling gut zu sehen.