Auf der Pirsch nach Brachvogel, Kiebitz und Co.

Bund Naturschutz bezeichnet Industrieansiedlungen im Wiesenbrütergebiet als Generationensünde.

Kraniche und Kampfläufer waren die Höhepunkte der Beobachtungen. Dreimal Stunde der Wiesenvögel

 

 

Kampfläufer

Kraniche

04.04.2018

Dingolfing-Landau: Landschaftspflegeverband, Landesbund für Vogelschutz und Bund Naturschutz luden letztes Wochenende die Bevölkerung zur “Stunde der Wiesenvögel” ein. Exkursionsleiter waren Gebietsbetreuer Manfred Röslmeier, Wildvogelexperte Burkhard Werthmann und Naturschutzwächter Franz Meindl.  Beobachtet wurde je eine Stunde lang im Gottfriedinger Moos, im Großköllnbacher Moos und im Moosfürther Moos mit folgendem Ergebnis: 162 kiebitze, 50 große Brachvögel, 4 Rohrweihen, mehrere Bussarde und Turmfalken, sowie Fasane, Rehe und Feldhasen.Die großen Seltenheiten waren 6 Kampfläufer und 16 Kraniche. Sie sind zurzeit auf dem Zug zu ihren Brutgebieten in Nordeuropa und machen bei uns Rast. Das Isarmoos im Landkreis Dingolfing-Landau habe einen außerordentlich hohen Wert für seltene Vogelarten und die Natur insgesamt, so Wiesenbrüter-Gebietsbetreuer Manfred Röslmeier.  In keinem anderen bayerischen Landkreis gibt es so viele Kiebitze und Brachvögel wie in Dingolfing-Landau. Hier brüten 60% der Niederbayerischen Brachvögel und sogar 74 % der niederbayerischen Kiebitze. Bayernweit sind es 17% und 30%. Damit habe unser Landkreis eine ganz besondere  Verantwortung für die Erhaltung dieser Arten. Burkhard Werthmann stand den Teilnehmern mit Rat und Tat zur Seite und erläuterte ihnen die Biologie und Erkennungsmerkmale der Vögel. Franz Meindl vom Bund Naturschutz wies in  diesem Zusammenhang auf das aktuelle Problem der Industrieansiedlungen im Wiesenbrütergebiet hin. Er bezeichnete es als Generationensünde, dass immer mehr Industrie- und Logistikhallen mitten im Isar Moos gebaut würden. Der Lebensraum für die Vögel, die auf große weite Landschaften angewiesen sind,  werde immer weiter eingeschränkt so dass sie schließlich ganz verschwinden würden.  Damit gehe wieder ein Stück Heimat unwiederbringlich für kommende Generationen verloren. Leider seien bisher alle Bemühungen der Naturschutzverbände vergebens gewesen, diese negative Entwicklung im Isartal zu stoppen. Ganz im Gegenteil, derzeit seien schon wieder Landhändler im Raum Gottfrieding und Pilsting unterwegs um neue, gigantische Industrieprojekte im Isarmoos vorzubereiten. Es herrsche eine regelrechte Goldgräberstimmung, bei der auf die Natur keine Rücksicht genommen wird. Da dieser Trend nicht nur unseren Landkreis ergriffen hat, sondern landesweit so viel Land verbraucht wird wie noch nie, wurde von ökologisch orientierten Parteien und Verbänden das Volksbegehren gegen den Flächenfraß in Bayern gestartet. Meindl forderte die Teilnehmer auf, das Volksbegehren zu unterstützen und so den ungezügelten Spekulationen mit der Natur Einhalt zu gebieten.

 

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