Interessante Beobachtungen bei der Frühlingswanderung von Umweltstation und Bund Naturschutz.
Interessante Beobachtungen bei der Frühlingswanderung von Umweltstation und Bund Naturschutz.
Bild1: Viele nutzten den sonnigen Morgen für die Naturwanderung
Bild2: Florian Cuiper erwischte die Blaumeise bei der Fütterung
Bild 3: Exkursionsleiter Franz Meindl erläutert die Vogelarten auf der Infotafel.
Landau. Während andernorts am 1. Mai der Tag der Arbeit gefeiert wurde, zog es rund 30 naturbegeisterte Teilnehmer früh am Morgen hinaus an die Isar – bewaffnet mit Fernglas, Smartphone und offenen Ohren. Die Frühlingsexkursion der Umweltstation Landkreis Dingolfing-Landau gemeinsam mit dem Bund Naturschutz Landau entwickelte sich zu einem eindrucksvollen Streifzug durch die Welt der Vogelstimmen. Unter der fachkundigen Leitung von Franz Meindl, Vorsitzender des Bund Naturschutz Landau, stand dabei nicht nur das Beobachten, sondern vor allem das Hören im Mittelpunkt. „Unsere Vogelwelt zu kennen, ist weit mehr als ein schönes Hobby“, betonte Meindl gleich zu Beginn. Vögel seien wichtige Bioindikatoren – ihre Vielfalt und ihr Vorkommen gäben wertvolle Hinweise auf den Zustand der Natur und damit auch auf unsere eigene Umwelt. Vom Treffpunkt am Wertstoffhof führte die etwa zweistündige Wanderung zuerst den Bockerlradwegaufwärts, dann am Isarufer von der Bockerlbücke zur Landauer Isarbrücke und zurück am Isardamm zum Startpunkt . Schon auf den ersten Metern zeigte sich, wie lebendig der Frühling klingt: Überall zwitscherten, trillerten und sangen die Vögel. Dank moderner Technik konnten einige Teilnehmer die Gesänge direkt per Smartphone-App bestimmen – mit überraschend hoher Trefferquote. So entstand bereits während der Exkursion eine beachtliche Artenliste. An der Isarbrücke sorgten erste Höhepunkte für Begeisterung: Eine Wasseramsel und ein Bruchwasserläufer ließen sich beobachten – seltene und spannende Sichtungen für die Gruppe. Entlang des Flussufers kamen dann auch die Fotografen auf ihre Kosten: Eine Singdrossel beim Füttern und geschäftige Blaumeisen boten ideale Motive. Für Diskussionen sorgten die auffälligen Pappelstümpfe am Ufer. Was zunächst wie ein Eingriff in die Natur wirkte, entpuppte sich als wertvoller Lebensraum: Totholz voller Leben. Insekten, Pilze, Spechte und schließlich auch Stare, die die verlassenen Höhlen nutzen – ein anschauliches Beispiel dafür, wie schnell sich neue ökologische Nischen entwickeln können. Ein weiteres Highlight war der sogenannte „Storchentrafo“, eine ehemalige Transformatorstation, die vom Bund Naturschutz in ein vielseitiges „Vogelhotel“ umgebaut wurde. Hier finden nicht nur Vögel, sondern auch Fledermäuse, Reptilien und Insekten Unterschlupf. Passend dazu zeigte sich ein Turmfalke, der während der Erläuterungen seinen Brutkasten verließ und über die Gruppe hinwegflog. Am Ende der Exkursion konnten beeindruckende 35 verschiedene Vogelarten erfasst werden – ein Ergebnis, das selbst erfahrene Naturfreunde überraschte. Meindl zeigte sich erfreut über das große Interesse und ermutigte die Teilnehmer, sich auch künftig an der Erfassung der Vogelwelt zu beteiligen. Denn eines wurde an diesem Vormittag deutlich: Wer genau hinhört, entdeckt eine faszinierende Vielfalt – direkt vor der eigenen Haustür.






