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Kiebitz-Projekt setzt auf Landwirte

Den Mais im Isarmoos erst nach dem 1.Mai aussäen bzw. eine Wirtschaftsruhe vom 10.3.- 30.4., das könnte mehr als 2000 Kiebitzküken das Leben retten. Wenn Landwirte die Bewirtschaftung etwas hinauszögern, soll es zunächst vom Bund Naturschutz, später vom Staat Geld dafür geben.

31.01.2021

Dingolfing-Landau: Den Mais im Isarmoos erst nach dem 1.Mai aussäen bzw. eine Wirtschaftsruhe vom 10.3.- 30.4., das könnte mehr als 2000 Kiebitzküken das Leben retten und den Rückgang dieser attraktiven Vogelart in unserem Landkreis stoppen, dessen sind sich die Mitglieder des Projekts „Gemeinsam dem Kiebitz helfen“, Landschaftspflegeverband, Bauernverband, Landesbund für Vogelschutz und Bund Naturschutz einig.  Um Landwirten, die zu einer späteren Aussaat bereit sind einen Ausgleich zu geben, hat Friedhelm Dickow, Kreisobmann des BBV, ein Forschungsprojekt des Landesamtes für Landwirtschaft vorgeschlagen. Die bisherigen Gespräche mit den zuständigen Stellen verliefen positiv, mit einem Start noch in diesem Jahr ist aber nicht zu rechnen. Die Projektpartner müssen also heuer noch darauf hoffen, dass die Landwirte die Wirtschaftsruhe auf Liebe zur Natur einhalten. Mit der Brut beginnen Kiebitze ab der 2. Märzwoche und erst Ende April sind die Küken so groß sind, dass sie vor landwirtschaftlichen Maschinen flüchten. Ab Anfang April fahren die meisten Landwirte aber in die Felder, um zu Düngen, das Saatbeet vor zu bereiten und zu sähen. Dadurch werden die Nester der Kiebitze zu 90% zerstört, wie bei den Kartierungsarbeiten der letzten Jahre festgestellt wurde. Dazu Joachim Aschenbrenner vom Landesbund für Vogelschutz: Kommt man hier nicht zu anderen Lösungen, wird auch der Kiebitz, wie andere typische Wiesenvögel (Wiesenpieper, Braunkehlchen, Grauammer), in unserem Landkreis als Brutvogel bald erlöschen. Seit zwei Jahren versucht man nun, die Nester zu markieren, damit sie der Landwirt bei der Bewirtschaftung sieht, was zum Teil auch funktioniert. Allerdings ist diese Methode nur für kleine Vorkommen praktikabel. Bei einer so großen Population wie im Isarmoos mit rund 600 Nestern kommt man um eine großflächige Maßnahme nicht herum. Es ist notwendig, mit der Bewirtschaftung möglichst vieler Flächen erst ab dem 1.Mai zu beginnen. Anschließend wäre es noch gut, die Ansaat mit der Direktansaatmethode durchzuführen, dann hätten die Küken die besten Überlebenschancen. Vorteilhaft für den Kiebitz ist es auch, wenn sehr dicht und hochstehende Wintermulchsaaten vor dem 10.3. gefräst oder abgeschleppt werden. Kiebitzpaare brüten bevorzugt in niederen Mulchsaaten, weil sie hier einen guten Überblick haben und zugleich eine gute Nesttarnung. Bei manchen Kulturen ist eine verspätete Ansaat nicht möglich, bei Mais allerdings schon, wie Praktiker und Fachleute bestätigen. Früher sei Mais grundsätzlich wegen der besseren Keimung erst nach dem 1.Mai gesät worden. Dass Landwirte im Moos wieder auf diese Praxis zurückkehren, darum bitten sie Naturschützer und auch der Bauernverband. Obwohl der Bund Naturschutz grundsätzlich auf eine Rückkehr zur Grünlandwirtschaft auf Niedermoorböden drängt, stellt die BN Kreisgruppe für dieses Jahr als Sofortmaßnahme im Landkreis Eigenmittel zur Verfügung mit denen rund 100 ha Kiebitzflächen entschädigt werden können.  Dies ist zwar nur ein Zehntel des notwendigen Umfangs, aber man erhofft sich davon schon mal wichtige Erkenntnisse im Vorfeld des stattlichen Forschungsprojekts. Beantragt werden können diese Mittel bei Projektinitiator Franz Meindl per Anruf oder Whatsapp unter 015229574416. Unter Downloads finden Sie das Formular dazu.