Kiebitze bekommen immer mehr Probleme

Pilsting: Auf den Feldern und Wiesen unseres Isarmooses sind zur Zeit junge Kiebitze zu beobachten. Aber ihr Überleben wird immer schwieriger

Nur vorsichtig wagt sich das Kiebitzküken aus dem Versteck

06.06.2017

Pilsting: Auf den Feldern und Wiesen unseres Isarmooses sind zur Zeit junge Kiebitze zu beobachten. Wie kleine Federballen mit langen Füßen laufen sie über Felder und Wiesen zur Nahrungssuche. Kommt man ihnen zu nahe versucht ihre Mutter den Feind mit Warnrufen und Scheinangriffen zu vertreiben. Kiebitze legen in der Regel vier Eier und wenn alles gut geht, schlüpfen daraus auch 4 Küken. Da sie frei auf dem Boden in Wiesen und Feldern brüten, sind sie vielerlei Gefahren ausgesetzt. Fuchs, Marder, Raben und Greifvögel stellen ihnen nach und viele Gelege gehen durch die Bewirtschaftung der Flächen verloren. Neueste Untersuchungen haben ergeben, dass die Kiebitze von allen Vögeln mit am stärksten bedroht sind. Die Bestände in Deutschland sind in den letzten Jahrzehnten um 80 % zurückgegangen. Unser Landkreis hat trotzdem noch die höchste Anzahl an Kiebitzbruten in Bayern. Fragt sich nur wie lange noch. Das Foto mit dem Jungkiebitz entstand genau da, wo nächstes Jahr schon das neue Industriegebiet der Pilsting Immobilien Gmbh an der Autobahnausfahrt Großköllnbach entstehen wird. Mehrere Kiebitzbrutpaare, 1 Brachvogelbrutplatz und verschiedene andere bedrohte Vogelarten werden ihren Lebensraum verlieren. Die Einwände der Bund Naturschutz Kreisgruppe dagegen wurden wieder einmal vom Tisch gefegt. Das Hauptproblem sei, so die Verantwortlichen des Bund Naturschutz, dass man mit Kiebitz und Brachvogel kein Geld verdienen könne und alles andere zähle zur Zeit nicht. Die Zukunft für das Kiebitzküken sehe in unserem Landkreis nicht gut aus, denn zwischen Industriehallen wird es nicht wohnen wollen.