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    Libellen - schillernde Jäger an heimischen Gewässern

    Niederviehbach. Ungefähr 15 verschiedene Libellenarten konnten Mitglieder der BUND Naturschutz Ortsgruppe Niederviehbach am letzten Sonntag auf einer BN-Veranstaltung an verschiedenen Gewässern im Bereich der Gemeinden Wörth/Isar und Niederviehbach beobachten und kennenlernen. Libellenkundler Herwig Leinsinger wusste viel Wissenswertes über die farbenfrohen Insektenjäger zu berichten.

     

    22.07.2023

    Niederviehbach. Ungefähr 15 verschiedene Libellenarten konnten Mitglieder der BUND Naturschutz Ortsgruppe Niederviehbach am letzten Sonntag auf einer BN-Veranstaltung an verschiedenen Gewässern im Bereich der Gemeinden Wörth/Isar und Niederviehbach beobachten und kennenlernen. Libellenkundler Herwig Leinsinger wusste viel Wissenswertes über die farbenfrohen Insektenjäger zu berichten. Nach Begrüßung durch Brigitte Englbrecht von der BN-Kreisgeschäftsstele Landshut führte der aus Kösching stammende Odonatologe (Libellenkundler) Herwig Leinsinger die Gruppe in  Libellenlebensräume. An verschiedenen Fließ- und Stillgewässern wurde Station gemacht und es konnten jeweils an die Gewässertypen angepasste Arten beobachtet werden. Schön am Mühlbach zu beobachten waren beispielsweise Gebänderte Prachtlibellen. Wie bei den meisten Libellenarten seien auch bei der Prachtlibelle Männchen und Weibchen unterschiedlich gefärbt. Leuchten die männlichen Tiere glänzend blau, so seien die Weibchen der Gebänderten Prachtlibelle grün gefärbt. „Es gibt Libellenarten, die ändern ihre Farbe mit der Temperatur. Die Große Königslibelle beispielsweise bekommt erst durch höhere Temperaturen ein richtig strahlendes Blau“, so der Fachmann. Dieser Prozess sei nicht willentlich steuerbar, sondern laufe automatisch ab. So gebe es drei Arten von Farben bei den Libellen. Strukturfarben sorgen bei Prachtlibellen für das Glänzen und Schillern. Hier sorgen bestimmte Oberflächenstrukturen durch Lichtbrechung für die Einfärbung. Pigmentfarben sind verantwortlich z.B. bei Azurjungfern für die Farbe Blau. Wenn das Tier sterbe, würden sich diese Pigmente abbauen und die Libellen verblassen lassen. Wachsfarben seien beispielsweise beim Großen Blaupfeil verantwortlich für die blaue Farbe am Hinterleib.

    Leinsinger meinte „Libellen ernähren sich sowohl als Larve als auch als fertiges Insekt räuberisch. Mückenlarven, Kaulquappen und kleine Fische gehören zur Beute.“   Mit einem hohen Fischbestand würden bestimmte Libellenarten jedoch überhaupt nicht zurechtkommen. So würden beispielsweise die Larven der Kleinen und die Großen Moosjungfern keine Fischvermeidungsstrategien besitzen und beim Davonlaufen vom Fisch aufgefressen. Grundsätzlich könne man Klein- und Großlibellen unterscheiden. Ganz so einfach wie es klingt sei es aber nicht. Es gäbe nämlich kleine Großlibellen und größere Kleinlibellen. Das mache die Unterscheidung nicht einfacher. Kleinlibellen hätten weit auseinanderliegende Augen und vier gleichartige Flügel, welche bei Sitzen zusammengelegt würden. Wohingegen bei Großlibellen die hinteren Flügel eine breitere Basis als die Vorderflügel aufweisen und die Flügel beim Sitzen in der Regel offenbleiben. Die Augenpaare der Großlibellen stoßen zudem an der Kopfoberseite zusammen. Libellen seien eine Tiergruppe, bei der in Bayern Reaktionen auf den Klimawandel erkannt wurden. Seit den 1990er-Jahren stoßen infolge der Klimaerwärmung verstärkt Libellenarten aus Südeuropa nach Bayern vor. Auf der Exkursion konnte dazu passend die beeindruckend rote Feuerlibelle beobachtet werden. Umgekehrt bekommen Libellenarten Probleme, die an kühle Bedingungen angepasst sind, wie z.B. die Gefleckte Heidelibelle. Gewaltige Probleme werde auch das Austrocknen von Libellenlebensräumen bereiten. So sei Klimaschutz auch gleichzeitig Libellenschutz. Der Libellenschutz sei ein großes Anliegen von Leinsinger. Von den 75 in Bayern nachgewiesenen Libellenarten sind drei bereits ausgestorben, fünf „vom Aussterben bedroht“, 14 „stark gefährdet“ und acht „gefährdet“. Zehn Arten stünden außerdem bereits auf der Vorwarnliste.