Wasser marsch für den Kiebitz
Eine Gruppe von 15 Menschen traf sich am Montag gegen Mittag auf einem Grundstück des Bund Naturschutz im Wallersdorfer Moos. Anlass war der Test eines Solar-Bewässerungssystems, der insbesondere den inzwischen selten gewordenen Kiebitzen zugutekommen soll.
Mit dabei waren Vertreter der Regierung von Niederbayern, der Unteren Naturschutzbehörde, der Landschaftspflegeverbände Dingolfing-Landau und Landshut, sowie des Bund Naturschutz.
Neben der Pumpe selbst lieferte Herr Sebastian Rall von der Artenschutzmanagement GmbH Tübingen, die technischen Details. Als Stromquelle dienen vier Solarpaneele mit einer Leistung von insgesamt 400 Wattpeak, die vor Ort auf einem speziell konstruierten Trägergestell montiert werden. Die Tauchpumpe mit 0,25 kW Leistung wurde in einen Brunnen zur Feldberegnung hinabgelassen und kann bei vollem Sonnenschein ca. 3 m³ Wasser pro Stunde fördern. Eine vergleichsweise sehr geringe Menge, die aber ausreichend ist, wie sich später zeigte,
Das „Mobile Solarpumpensystem“ wurde im Rahmen eines Vogelschutzprojekts zur Wiedervernässung von Landschaftsflächen in Tübingen entwickelt und hat sich dort gut bewährt. Um 12:15 Uhr war es schließlich auch bei Wallersdorf so weit: Das Wasser sprudelte über einen langen Schlauch in die Ackerfurchen.
Nachdem sichergestellt war, dass das Wasser in die gewünschte Richtung läuftund keine Nachbarflächen vernässt werden, zogen sich die Beteiligten zurück und überließen das Feld wieder seinen natürlichen Bewohnern. Diese hatten das Geschehen aufmerksam verfolgt, und schon am selben Abend waren drei Bruchwasserläufer zu beobachten, die in den gefluteten Ackerfurchen nach Nahrung suchten. Als nächstes werden Kiebitze ihre Küken zu der neuen Wasserstellen führen, denn hier steht mehr Nahrung für den Nachwuchs zur Verfügung. Von den Altvögeln werden solche Wasserstellen gerne zum Baden und zur Gefiederpflege genutzt. Rehe, Hasen, Fasane und Rebhühner profitieren ebenfalls davon. Das Geschehen wird mithilfe von Wildkameras dokumentiert, sodass zusätzliche Störungen durch den Menschen weitgehend vermieden werden können. In den vergangenen Sommern trockneten viele Feuchtstellen und Gräben aus. Für Kiebitzküken bedeutet das ein nicht mehr ausreichendes Angebot an Insekten und Würmern. Bereits im vergangenen Jahr waren die trockenen Böden ein Hauptgrund für die hohe Sterblichkeit des Kiebitznachwuchses – mit Folgen für die gesamte Population.
Der Pumpentest stellt einen wichtigen Schritt dar, um dem entgegenzuwirken und Erfahrungen mit künstlicher Bewässerung im Kiebitzschutz zu sammeln. Nach der Brutsaison sollen auf der Fläche dauerhaft sogenannte Seigen – flache Mulden als Feuchtbereiche – angelegt werden, die künftig von der Pumpe gespeist werden.




