Wenn Molche auf Wanderschaft gehen

An insgesamt 15 Straßen im Landkreis werden in den nächsten Wochen wieder die Amphibien von ehrenamtlichen Helfern aufgesammelt und sicher über die Straße gebracht. In den Sammeleimern finden sich nicht nur Erdkröten sondern manchmal auch Teichmolche.

Ein Vergleich mit der Hand von Franz Meindl zeigt wie klein der Teichmolch ist

14.03.2018

An insgesamt 15 Straßen im Landkreis werden in den nächsten Wochen wieder die Amphibien von ehrenamtlichen Helfern aufgesammelt und sicher über die Straße gebracht. In den Sammeleimern finden sich nicht nur Erdkröten sondern manchmal auch Teichmolche. Sie wandern nach der Überwinterung an Land bereits sehr früh und bei noch kühler Witterung zu ihren Laichgewässern. Dort warten sie, bis die Wassertemperatur über 8 Grad C steigt. Dann erst entfalten sie ihre volle Aktivität und ihre Hochzeitsspiele.Der Teichmolch ist noch unsere häufigste Molchart, ist aber trotzdem schon so selten, dass er in die Vorwarnliste der vom Aussterben bedrohten Tiere aufgenommen werden musste. Die Art ist ab März bevorzugt in besonnten, wasserpflanzenreichen Teichen anzutreffen. In abwechslungsreichen, naturnahen Gärten nimmt sie auch Gartenteiche bereitwillig an, die aber nicht mit Fischen besetzt sein dürfen. Interessant ist bei allen Molchen die Balz: Im Gegensatz zu Fröschen und Kröten, die ihre Balz durch Rufe anzeigen, sind die Molche stumm. Paarungsbereite Männchen geben im Wasser Duftstoffe ab, die dem Schwanz zugefächelt werden. Hat sich das Weibchen beeindrucken lassen, so setzt das Männchen ein Samenpaket auf dem Gewässerboden ab, das von der Partnerin mit dem Hinterleib aufgenommen wird. Die 100- 200 Eier werden einzeln an gefaltete Blätter von Wasserpflanzen geheftet. Nach 2 – 4 Wochen, je nach Wassertemperatur, schlüpfen die Jungmolche. Sie sind bis Ende Juli fertig entwickelt und verlassen dann zusammen mit den Altmolchen ihr Geburtsgewässer. Eine Broschüre über unsere heimischen Amphibien befindet sich bei den Downloads.