Stunde der Wiesenvögel, Zählliste

Das haben wir schon vorloren: Liste der verlorenen Arten im Isarmoos

  • Liste der verlorenen ArtenHier finden Sie Bilder der Arten, die noch vor fünfzig Jahren bei uns im Isarmoos heimisch waren, aber heute verloren sind.

Das Königsauer Moos - bedrohter Schatz im Isartal

Lichtnelken blühen flächenhaft

Das Königsauer Moos ist ein Naturerbe von europaweiter Bedeutung. Schon die Herzöge und Kurfürsten von Bayern schätzten das Königsauer Moos wegen seines Vogelreichtums. Damals standen jagdliche Interessen im Vordergrund. Immerhin fanden Hirschen aus dem Alpen im Winter noch den Weg bis vor die Landschaft vor dem Jagdschloss Leonsberg.
Heute stehen die Bewahrung der Artenvielfalt sowie die Schonung der Ressourcen Wasser, Boden und Luft an erster Stelle. Das Königsauer Moos ist nicht als Naturschutzgebiet ausgewiesen, aber es gehört zum bayernweiten Lebensraumnetz "BayernNetz Natur" und dem europäischen Lebensraumnetz "Natura 2000". Außerdem ist es als Fauna-Flora-Habitat-Schutzgebiet sowie als Vogelschutzgebiet von europaweiter Bedeutung ausgewiesen.

Zahlreiche wesentliche Landschaftselemente

Schafstelze im Schilfgürtel

Das Königsauer Moos erstreckt sich über 13 km² im Isartal nördlich der Autobahn zwischen den Ortschaften Unterhollerau und Großköllnbach. Es erscheint als weite, offene Landschaft mit einem hohen Anteil blütenreicher Wiesen, die durch Gehölz- und Schilfgruppen gegliedert sind. Der große Wert des Gebietes liegt in der Vielzahl der hier lebenden Tier- und Pflanzenarten. In den Schilfbeständen brüten Blaukehlchen und Rohrsäger, auf den Wiesen blühen Flockenblumen sowie Wiesensilge, und auf den besonders feutchten Streuwiesen leben seltene Schmetterlingsarten wie Moorbläuling und Riedteufel.

Wichtigstes Brutgebiet für Brachvögel in Bayern

In den leichten feuchten Böden kann der Brachvogel mit seinem langen Schnabel nach Nahrung stochern

Der bekannteste Bewohner des Königsauer Mooses ist der Große Brachvogel. Sein langer, gebogener Schnabel macht ihn zu einer markanten Erscheinung. Er kann hier noch existieren weil blütenreiche Feuchtwiesen noch nicht zu Äckern umgewandelt worden sind. Hier brütet ein Drittel der niederbayerischen Brachvögel.
Daneben brüten 60 Arten im Moos, 123 Zugvogelarten machen hier Rast, immer öfter sogar Kraniche.

Die Zukunft des Mooses ist ungewiss

Maisfeld Mais Königsauer Moos 2013
abgesoffener Mais im Sommer 2013

Dass das Königsauer Moos auch in kommenden Generationen seine wichtige Rolle als Grundwasserspeicher, CO2-Senke, Brut- und Rastgebiet und nicht zuletzt als einzigarter Natur-Erlebnis-Raum spielen kann ist keineswegs selbstverständlich. Ohne Ausgleichszahlungen werden die Wiesen bald zu Äckern umgepflügt sein. Noch viel mehr Flächen müssen in öffentlichen Besitz übergeführt werden. Der Abbau des Torfbodens ist noch nicht gestoppt. Zunächst müsste dringend dafür gesorgt werden, dass die Austrocknung zumindest gestoppt wird. Dann müssen zentrale Zonen wieder vernässt werden. Der Freizeitdruck auf das Vogelgebiet muss kanalsiert werden. Noch viel zu oft wird das Moos als Auslauf für Hunde genutzt. Das Heranrücken von immer mehr Gewerbegebieten mit hohen Hallen muss ein Ende haben.