Radweg gesucht - und gefunden

Gefährlich unterwegs - hier bei Oberdietenau

ingolfing, Moosthenning, Mengkofen:  An den Staatsstraßen im Landkreis Dingolfing werden fleißig Radwege geplant oder gebaut. So werden in den nächsten Jahren die Staatsstraßen zwischen Dingolfing und Reisbach und Dingolfing und Frontenhausen eigene Trassen für Radfahrer bekommen. Dies wird vom Bund Naturschutz begrüßt. Zeigt sich doch zum Beispiel an dem nun durchgehenden Radweg von Mengkofen nach Straubing, dass ein Radweg, der eine kurze und sichere Verbindung bietet ungleich besser angenommen wird als der Hinweis auf so genannte „verkehrsarme Straßen“. Die Stadt Dingolfing ist also auf dem besten Wege zusammen mit dem Isarradweg zu einem Dorado für Überlandradwege zu werden.

Großer Handlungsbedarf besteht allerdings noch bei der Anbindung der nördlichen Ortschaften an das Mittelzentrum Dingolfing. Eine Gruppe von Radfahrern des Bundes Naturschutz machte sich auf den Weg um zu erkunden wie es darum bestellt ist, unter ihnen die Ortsvorsitzenden der Ortsgruppen Dingolfing, Moosthenning und Mengkofen. Von Höll-Ost ausgehend ging es zunächst Richtung Salitersheim, dem nördlichsten Stadtteil  von Dingolfing. Die Überquerung der Höllerstraße nahe der alten B11, das Auffinden des versteckten Radwegs zur Kreuzstraße, eine  ungünstig geschaltete Fußgängerampel dort und eine unattraktive Unterführung der alten B11 waren erste Schwierigkeiten die nicht so ortskundige Radfahrer vermutlich abschrecken. Durch Salitersheim und dann weiter an der alten St2111 führt ein sehr schöner baumbestandener abgetrennter Radweg, wo sich mittlerweile eine attraktive heckengesäumte Allee entwickelt hat. Ein richtiges Postkartenidyll, das allerdings jäh an der Autobahn endet. Hier entwickelten die Tourteilnehmer den Traum von einer Fußgänger- und Radfahrerbrücke über die Autobahn um bequem und sicher die die Gebiete auf der anderen Seite erreichen zu können.  Tatsächlich gibt es nördlich von Dingolfing für Fußgänger und Radfahrer keine wirkliche Möglichkeit die Autobahn zu überqueren. Die einzige Alternative ist die Brücke beim Flugplatz, beinhaltet allerdings einen Umweg von über 3 Kilometern oder von etwa einer Viertelstunde.

An der alten St2111 nördlich der Autobahn traf die Gruppe dann auf Radler die sich von Mengkofen aus Richtung Dingolfing auf den Weg gemacht hatten. Dieses aufgelassene Straßenstück bietet einen idyllischen Weg, der wiederum an der neuen St2111 abrupt endet. Schneller und dichter Schwerverkehr setzt starke Nerven voraus, um die Straße als Radfahrer überhaupt nutzen zu können. In Oberdietenau wird seit langem um einen Kreisverkehr gerungen, der auch Radfahrern hier das Leben wesentlich erleichtern würde. In Unterhollerau war das gefährlichste Stück überwunden, dann begann am Buchberger Weg der Aufstieg zur Wasserscheide zwischen Isar und Aitrachtal. Auch hier existiert noch die frühere ST2111 als kleine und für Radfahrer durchaus geeignete Straße. Ein kleines, sehr steiles Stück geht schnell in ein angenehm ansteigendes Straßenstück über.
Ein von Josef Strohofer mitgebrachtes Elektrofahrrad ließ erahnen welche Umbrüche im Personenverkehr im den nächsten Jahren möglich sein könnten. Elektrofahrräder werden ganz neue Nutzerschichten und Strecken erschließen, vorausgesetzt geeignete Trassen legen den Umstieg nahe. Strategisch günstig, genau zwischen Mengkofen und Dingolfing, liegt das Gasthaus Sigle, das einen attraktiven Rastplatz für Radfahrer bieten könnte, wenn ein Radweg existieren würde. Die Gruppe nutzte diesen Platz jedenfalls gerne um sich auch über die Fortführung weiter bis Mengkofen auszutauschen. Eine Möglichkeit wäre entlang der  Staatsstraße bis Kronberg einen Radweg zu bauen. Von Kronberg aus wäre eine Radwegeverbindung zur Kattenbachstraße eventuell eine Möglichkeit Kosten zu sparen und die gefährliche Kurve vor Mengkofen (die sog. Forsterkurve )zu umgehen Und von Kattenbach geht es dann problemlos weiter nach Mengkofen.
Noch ist ein Radweg von Dingolfing nach Mengkofen Utopie. Zunächst müssen sich die Naturschützer Unterstützer in der Kommunalpolitik suchen. Aber die Zeit arbeitet für dieses Projekt, denn sanfte umweltfreundliche Fortbewegung liegt im Trend, auch der immer beliebter werdende Fahrradtourismus verbunden mit den neuen Elektrofahrrädern werden gemeindeverbindende Radwege immer wichtiger werden lassen.

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