Ankäufe

Der Bund Naturschutz besitzt im Landkreis Dingolfing-Landau mehrere Hektar Biotop-Grundstücke. Weitere Biotopflächen hat er angepachtet. Schwerpunktgebiete des Grunderwerbs sind die Vilswiesen bei Eichendorf, das Gebiet um das NSG Rosenau bei Mamming, die Erlau bei Wallersdorf und das Königsauer Moos zwischen Dingolfing und Großköllnbach. In diesen Gebieten werden weiter Flächen gekauft bzw. angepachtet. Bei Verkaufsinteresse bitte die Kreisgeschäftstelle 08731/60981 anrufen.

Ankäufe im Wallersdorfer Moos

Als Schwerpunkt für Grundstücksankäufe hat sich in den letzten Jahren das Wallersdorfer Moos herausgebildet. Zunächst wurden zahlreiche noch in naturnahem Zustand befindliche Einzelgrundstücke vom Wasserwirtschaftsamt gekauft, und so vor der Umwandlung in Ackerflächen bewahrt. Stück für Stück werden die Ankäufe ergänzt.

Naturschutzgebiet Rosenau

Die "Rosenau" ist besonders aus botanischer Sicht ein Juwel. Sie beherbergt zahlreiche hochspezialisierte und seltene Wildpflanzen. Das Kerngebiet mit 3 ha Größe wurde bereits 1940 vom Bund Naturschutz erworben. In den letzten Jahren wurde das Gebiet durch Ankäufe des Landkreises erweitert. 2006 wurden vom BN 2 weitere Grundstücke zur Erweiterung des Naturschutzgebietes mit Unterstützung des Bay. Naturschutzfonds erworben.

Das Wiesenbrütergebiet Vilswiesen

Durch die Hochwasserfreilegung der Vils und der damit einher gehenden Intensivierung der Landwirtschaft wurden die Lebensbedingungen für wiesenbrütende Vogelarten immer schlechter. Durch zahlreiche Grundstückskäufe der BN-Ortsgruppe Eichendorf konnte dieser Negativtrend im Südosten unseres Landkreises umgekehrt werden. Seit 2002 brütet der Große Brachvogel wieder regelmäßig auf den extensiv bewirtschafteten Wiesen des Bund Naturschutz.

Becherglocken-Grundstücke in der Erlau

Als "Erlau" bezeichnet man die eingestreuten Laubwaldflächen im Wallersdorfer Moos. Der Bestand setzt sich aus Eichen, Hainbuchen, Ahorn, Esche und anderen wertvollen Laubholzarten zusammen. Die forstliche Bewirtschaftung ist auch heute noch sehr extensiv und dient in erster Linie der Brennholzgewinnung. Die vom Aussterben bedrohte Becher-glockenblume (Adenophora liliifolia) hat hier einen der letzten Standorte in ganz Deutschland. Durch Grundstücksankäufe und Lebensraumoptimierungen konnte die Bund Naturschutz Ortsgruppe Landau in den letzten Jahren wesentlich zur Stabilisierung des Bestandes beitragen.

Becherglocke Auwald Erlau
Für die Becherglocke ist der Landkreis ein wichtiger Rückzugsort
Biotop Abgrabungen Niedermoor
Abgrabungen bringen die Pflanzen näher ans Grundwasser und entfernen Nährstoffe.
Walter Franziszi und Franz Meindl überwachen die Umgestaltung des Biotops.
   

Wiesengrundstück mit Amphibienbiotop im Königsauer Moos

Amphibien Biotop auf dem BN Grundstück bei Töding

Am Rande des Großen Pappelwaldes südlich von Töding konnte die Ortrsgruppe Moosthenning ein 5000 m² großes Grundstück erwerben und mit Hilfe des Landschaftspflegeverbandes optimieren. So entstand durch Abgrabungen bis unter die Grundwasserlinie ein größerer Tümpel. Das Königsauer Moos ist zwar ein Feuchtgebiet, aber es ist arm an ganzjährig wasserführenden Tümpeln. Diese Maßnahme verbessert die Situation der Amphibien wesentlich. Der Rand des Tümpels wird der natürlichen Sukzession überlassen.

Neue Flächen für Küchenschelle und Knabenkraut

Auf den neuen Erweiterungsfläche des Naturschutzgebietes Rosenau wird teilweise der Oberboden abgetragen. (v.l.n.r. Franz Schachtner; Franz Meindl, Bund Naturschutz; Dr. Späth,Landschaftspflegeverband)

Vor 2 Jahren erwarb der Bund Naturschutz eine Ackerfläche, die an das Naturschutzgebiet Rosenau angrenzt. Auf dem größten Teil der Fläche soll langfristig ein hochwertiges Magerrasenbiotop entstehen, so wie im angrenzenden Naturschutzgebiet. Vom Aussterben bedrohte Wiesenpflanzen wie Küchenschelle, Knabenkraut, Graslilie und Schwarzwurzel können sich hier wieder ausbreiten. Ein Streifen von ca. 15m Breite an der Straße entlang wird weiterhin als extensiver Acker bewirtschaftet. Hier werden zwischen Roggen und Weizen seltene Ackerwildkräuter wie Kornblume, Frauenspiegel, Kornrade und Ackerrittersporn wachsen.
Die Gestaltung des Grundstückes wird zusammen mit den Naturschutzbehörden durchgeführt. Federführung bei den Arbeiten hat der Landschaftspflegeverband Dingolfing-Landau. Diesen Herbst wurde in Teilen des Grundstückes der nährstoffreiche Oberboden abgetragen um die Entwicklung der seltenen Magerrasenpflanzen zu beschleunigen. Angesäät wird die neue Fläche mit dem Mähgut aus dem Naturschutzgebiet. Franz Schachtner aus Thürnthenning führte diese Arbeiten für den Landschaftspflegeverband durch. Er hat diese Ansaat Methode schon oft praktiziert und gute Erfahrungen gemacht. Es ist dabei gewährleistet, dass keine fremden Pflanzen eingebracht werden, das Mähgut findet eine sinnvolle Verwendung und man spart sich den Kauf von kostspieligem Saatgut. Das Naturschutzgebiet Rosenau liegt südwestlich des Kieswerkes Moosandl zwischen Bahn und B 11. Es zählt zu den wertvollsten Magerrasenflächen Deutschlands und beherbergt eine Vielzahl vom Aussterben bedrohter Pflanzen und Insekten. Ein vorrangiges Ziel des Naturschutzes im Landkreis ist es, diese Naturjuwel zu erhalten und durch Erweiterung zu verbessern. Weitergehende Informationen erteilt Dr. Späth vom Landschaftspflegeverband Dingolfing-Landau Tel. 08731/87307.

Gegenargumente zur Kritik von Landwirten

Landwirte kritisierten öffentlich die Flächenankäufe des Bund Naturschutz im Wallersdorfer Moos
Der Standpunkt der Landwirte: Naturschutzverband tritt in Flächenkonkurrenz zu den Landwirten, macht dadurch Grunderwerbs und Pachtpreise teuer und bekommt hohe Förderung aus Landwirtschaftsmitteln.

Standpunkt des Bund Naturschutz:

Ökologische Gründe:

1. Wallersdorfer Moos ist ausgewiesenes Wiesenbrütergebiet – Wiesenbrütergebiet braucht Wiesen.
2. Wallersdorfer Moos trägt europaweite Verantwortung für hoch bedrohte Wildpflanzen und Wildtiere wie Becherglockenblume, Gottesgnadenkraut, Blaukehlchen, Laubfrosch, Wechselkröte, Gr. Brachvogel, Kiebitz
3. Feuchtstandorte sind für weitere sehr seltene Wildtiere und Wildpflanzen von existenzieller Bedeutung.
4. Wallersdorfer Moos ist wichtig als Nahrungs- und Rastbiotop für durchziehende Watvögel (Bekassinen, Wald-, Bruchwasserläufer, Kampfläufer, Regenbrachvogel, Merlin, Regenpfeifer, Kranich etc.)
5. Moorerhaltung ist sehr wichtig für das Klima.

Andere Argumente:
1. Flächen waren ursprünglich als Ausgleichsflächen angekauft und vorgesehen.
2. Hätte WWA die Flächen als Ausgleichsflächen behalten wäre Ankauf durch BN nicht notwendig geworden. 
3. Viele der WWA-Ausgleichsflächen sind trotzdem an Landwirte mit Verlust verkauft worden und so dem eigentlichen Ankaufszweck entzogen. 
4. Kein anderer Träger, z.B. Markt Wallersdorf, an Übernahme der Flächen interessiert trotz hoher Förderung.
5. Es sind überwiegend Flächen von schlechter Bodenqualität.
6. Flächen können weiter zu guten Konditionen von Landwirten bewirtschaftet werden.
7. Es wurden keine überhöhten Preise bezahlt
8. ELER- Programm misst Umweltmaßnahmen eine herausragende Bedeutung bei (35)
9. Landwirte beschneiden ihre Produktionsflächen selber durch Energiepflanzen-produktion, Solaranlagen, Baulandverkauf etc. viel mehr als der BN durch die Ankäufe. 
10. Intensive Landwirtschaft führt zu Artenverlust, daher Artenhilfsmaßnahmen von BN-Seite notwendig.
11. Bekanntheit des Wallersdorfer Mooses als naturnahes Gebiet kann Vermarktungsvorteile für darin erzeugte landwirtschaftliche Produkte bringen.

Landau 3.6.2012    F. Meindl (BN-Gebietsbetreuer Wallersdorfer Moos)