Becherglockenblume
Die Gesamtblüte der Pflanze besteht aus vielen kleinen Glöckchen – daher auch ihr Volksnamen Schellenblume.

Die Erlau, das sind die Laubwälder südlich der Bahnlinie Landau-Wallersdorf ist Lebensraum für sehr seltene Wildpflanzen. Die seltenste unter ihnen heißt Becherglockenblume, botanisch „Adenophera liliifolia“ . Sie gehört zur Pflanzenfamilie der Glockenblumengewächse.  Im Volksmund heißt sie auch Schellenblume, vermutlich weil ihre Blüten mit der vorstehenden Narbe wie kleine Glöckchen aussehen. Sie blüht zur Zeit auf den Grundstücken des Bund Naturschutz, die extra für die Sicherung ihres Bestandes angekauft wurden.Obwohl sie die stattliche Höhe von 1,5 m erreicht ist sie eher eine unauffällige Erscheinung. Das liegt zum Einen an ihren wenig auffällig bäulich-weiß gefärbten Blütenrispen und zum anderen an Ihrem Standort. Am wohlsten fühlt sich die Pflanze etwas geschützt zwischen anderen Hochstauden unter lichtem Buschwerk oder am Randbereich von Laubwäldern. Sie trägt die  Gefährdungskategorie 1 in der Roten Liste der gefährdeten Farn- und Blütenpflanzen und ist damit hochgradig vom Aussterben bedroht.  Die Erlau bei Wallersdorf  und das Isarmündungsgebiet bei Plattling sind die letzten Standorte der Pflanze in ganz Deutschland. Leider gibt es vereinzelt immer noch Blumenliebhaber, die solche Raritäten in der freien Natur ausgraben um ihren Garten damit zu bereichern. Dies ist streng verboten und würde bei der Becherglockenblume auch nicht zum Erfolg führen, da sie sehr empfindlich gegen Standortveränderungen reagiert. Weniger problematisch ist dagegen ihre Nachzucht aus Samen. Wer dies versuchen möchte soll sich an den Flächenbetreuer des Bund Naturschutz, Franz Meindl Tel. 09951 601318 wenden.