Wo unser Brot wächst - Boden ist nicht vermehrbar

Mengkofen.    Gut schaut er aus, der Bioroggen „Matador“ auf dem Feld von Josef Strohhofer am Eckhof in Mengkofen. Vital, gesund, standfest - und das, obwohl er mit über 1,50 Meter eine wirklich stattliche Höhe erreicht hat. Eine Augenweide, wie er mit seinen Ähren in der Abendsonne wippt. „Und nächste Woche wird gedroschen“, sagt Strohhofer und erzählt weiter, dass das Zeitfenster klein sei und er froh ist, seinen eigenen Mähdrescher stets parat zu haben. Er hofft auf 40 Doppelzentner pro Hektar, vielleicht auch etwas mehr. Liefern wird er an die Meiermühle in Landshut. Sie steht für hochwertige Bio-Mehle in bester Qualität und beliefert wiederum die Hofpfisterei. Davon spricht auch das Schild am Ackerrand. „Hier baut ein innovativer Landwirt Öko-Getreide an für die Hofpfisterei. Ohne Agro-Chemie. Ohne Agro-Gentechnik“, ist drauf zu lesen. Zur Feld- und Hofbegehung hatte der BUND Naturschutz eingeladen. Der langjährige Vorsitzende der Ortsgruppe führte die Teilnehmer über seinen Naturlandhof und berichtete über seine Erfahrungen aus dem naturgemäßen Landbau. 1989 hatte er seinen Hof auf die ökologische Produktion von Getreide und Ackerpflanzen umgestellt. Auf seinen drei Feldern wachsen heute neben Roggen auch Weizen, Ackerbohnen und Klee. Der Klee aktiviert die Bodenlebewesen, er lockert den Boden tiefgründig und reichert ihn mit Humus und Stickstoff an. „Klee sammelt übers Jahr so viel Stickstoff, das reicht erst für den Weizen und dann auch noch für Roggen. Der braucht nicht so viel.“, so Strohhofer. Außerdem hilft der Klee die Ackerbeikräuter in Schach zu halten. Davon gibt’s auf dem Naturlandhof auch eine Menge. Die Besucher freuten sich über Kornblumen, die auch der Bauer mag, solang es nicht zu viele werden. Aber da wachsen auch Winden und Ackerfuchsschwanz. Wer keine Chemie zum Einsatz bringen will, muss frühzeitig und mit Bedacht agieren, teilweise per Hand beseitigen. Hier kommt auch wieder der eigene Mähdrescher ins Spiel, der keine neuen Unkrautsamen mitbringt.Die Feldbegehung führte noch durchs erst vor 30 Jahren angelegte Wäldchen, an neu gepflanzten Walnussbäumen und am alten Bauerngarten vorbei, zum neuen Holzkohleofen und auch zum neu installierten Kompostplatz. Der Kompost dient der Fruchtbarkeit der Naturlandäcker. Der Abend ging gesellig weiter. Der fröhlichen Runde servierte die Bäuerin frisch gebackenes Brot, würzige Aufstriche und erfrischende Getränke. Doch die Gespräche gingen noch lang weiter und wurden zusehends nachdenklich. 17 Hektar bemisst der Naturlandhof von Strohhofer. Auch ein Nachbar bewirtschaftet seinen Hof mittlerweile aus Überzeugung ökologisch. Aber die allerbesten Böden haben sie hier nicht. Die besten Äcker in der Gemeinde liegen im Tal der Aitrach – dort, wo auch die größten Dörfer entstanden sind, allen voran Mengkofen. Und dieses Dorf dehnt sich aus und baut auf seinen besten Äckern rundum nicht Bioroggen und Bioweizen für gutes Brot, sondern bald Gewerbehallen, Wohnhäuser und einen Kindergarten. Sicher, Mengkofen braucht dringend einen neuen Kindergarten! Aber auf bestem Ackerboden? Insgesamt werden in kurzer Zeit weit über 50 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche verschwinden. Das ist nicht nachhaltig, nicht ökologisch und schon gar nicht fair. 17 zu 50. Das stimmt mehr als nachdenklich. Wo ernten dann unsere Kinder und Enkel das Getreide für ihr gutes Brot?
Die Stellungnahmen, die der Bund Naturschutz zu den drei aktuellen Baugebieten geschrieben hat, kann man im Internet nachlesen: bürgerinitiative-tunzenberg.de/partner_bn.html

 

 

 

 

 

 

Abschusskandidaten?

Allee in Mengkofen

24.4.2017
Straßenbäume scheinen im Landkreis Dingolfing-Landau grundsätzlich Abschusskandiaten zu sein, wie die jüngsten Abholzaktionen an vielen Straßenrändern zeigen. Behördlich begründen lässt sich das immer gern mit der Verkehrssicherungspflicht. In wenigen Jahren, so die einstimmige Meinung der Mitglieder der Ortsgruppe des Bund Naturschutz, die sich vor wenigen Tagen wieder in der Schloss Schenke Tunzenberg trafen, wird es im Landkreis wohl keine Straßenbäume mehr geben. Holz ist ein begehrter Rohstoff. Und seit „Vision Zero“ entscheiden sich unsere Beamten offenbar immer öfter für die „einfache Lösung“. Auch die Mitglieder der BN-Ortsgruppe meinen: Jeder Verkehrstote ist einer zu viel. Ob aber Straßenbäume wirklich die Hauptschuldigen an tödlichen Verkehrsunfällen sind, wird bezweifelt. Für die mancherorts bis zu 100 Jahre alten Bäume kommt dann leider jede Erkenntnis zu spät.
Nachdem nun auch auf dem Stadtplatz in Dingolfing die Motorsäge ihre Arbeit getan hat scheint es fast verwunderlich, dass mitten in Mengkofen noch 35 Kastanien stehen und sogar eine Allee bilden. Allerding haben diese Bäume wohl schon einiges erlebt. Da gähnen riesige Anfahrschäden, nur am Rand mit Kallusbildung verheilt und ansonsten mit offenen Stammwunden. Wenn die Rinde bei Bäumen ab ist, wächst die Wunde nicht mehr zu. Da hilft nur vorher aufpassen.
Auch klaffen große Lücken in der Allee. Ein halbes Dutzend Bäume könnten, ja müssten sofort nachgepflanzt werden. Schade, dass die Idee des leider im letzten Jahr verstorbenen Mengkofener Landschaftsarchitekten Jens-Holger Johannsen noch immer nicht aufgegriffen wurde. Er hatte vorgeschlagen, Kastanien in einer Baumschule mitwachsen zu lassen, um sie dann bei Bedarf als Großbäume zu verpflanzen. So könnten die Lücken in kurzer Zeit geschlossen werden.
Allerdings dürfen die Bürger hoffen, dass die Kastanien in Mengkofen im Gegensatz zu den Pappeln an der Gemeindestraße nach Tunzenberg nicht im Zuge der Straßensanierung und Installation des Abwasser- und Kabelkanals über Nacht gefällt werden. Denn schließlich handelt es sich hier um Naturdenkmäler, deren Beschädigung sogar eine besondere Straftat darstellt. Und wer möchte sich vorstellen, wie Mengkofen ohne die Kastanien aussieht?
In den Kastanien gibt es zahlreiche große und kleine Höhlen. Einige davon sind wahrscheinlich bewohnt, vielleicht sogar von seltenen Vögeln oder Fledermäusen. Das möchten die Naturschützer in Erfahrung bringen, werden Experten fragen, sind aber auch für jeden weiteren Hinweis dankbar.
Aber nach Auffassung der Ortsgruppe gibt es noch weit größere Brennpunkte in der Gemeinde. Wenn demnächst fast 50 Hektar Ackerland unter Einfamilienhäusern oder Gewerbehallen verschwinden, dann wird auch die Natur in großem Maßstab in Mitleidenschaft gezogen. Kiebitz und Gelbbauchunke wurden im Gemeindegebiet schon lange nicht mehr gesichtet. Dabei waren sie früher gar nicht selten. Der Flächenfraß könnte dann auch die Lerche verschwinden lassen.

Kontakt mit der Ortsgruppe

Baukurs für einen Solartrockner

Josef Strohhofer
Eckhof 1
84152 Mengkofen
Tel: 09427-409

Bau eines Solartrockners

Die Idee einen Solartrockner gemeinsam zu bauen hatte ein BN Mitglied angeregt auf Grund der teueren Preise für Trockenobst auf einer Ökomesse. So fanden sich mehrere Interessenten um ein solches Gerät gemeinsam zu bauen. Unter der Leitung von Jürgen Heinemann und der Mithilfe der BN Ortsgruppe Mengkofen wurde diese gemeinschaftliche Aktion geplant und durchgeführt.  Zuerst mussten an Hand einer Bauanleitung die verschiedensten Materialien beschafft werden. Dann traf man sich bei Josef Strohhofer dem Vorsitzenden der BN Ortsgruppe Mengkofen um ans Werk zu gehen. Am Anfang wurden die Trockenkästen mit den Fächern gebaut. Danach war die Solarwärmeabsorber an der Reihe der genau in den Trockenkasten eingefügt werden musste. Die Teilnehmer waren am Ende der Aktion natürlich stolz und erfreut über die gelungene gemeinschaftliche Aktion und jeder konnte seinen Trockner gleich mit nach Hause nehmen. Der Solartrockner eignet sich zum trocknen von Obst, Gemüse, Kräuter und Pilzen. Der grosse Vorteil besteht darin, das der Dörrvorgang mit der kostenlosen Sonnenenergie durchgeführt werden kann. Es kann aber auch ein Heizlüfter verwendet werden. Ein Solartrockner kann in der BN- Geschäftsstelle 08731/60981 besichtigt werden. Hier gibt es auch eine Bauanleitung. Es stehen drei Geräte zum Kauf für je. 190 Euro zur Verfügung.

Grüne Gentechnik: Die Nahrungsmittel dieser Erde in der Hand eines einzelnen?

Im Rahmen der BN Inforeihe 08 zeigte Josef Ostner aus Reithen einen Film über die Konflikte des kanadischen Landwirts Schmeisser mit Monsanto, der größten Saatgutfirma der Welt. Schmeissers eigene Rapszüchtungen wurden durch daneben angebaute gentechnisch veränderte Rapspflanzen von Monsanto verseucht, was sie wertlos machte. Nachdem Monsanto von  der Existenz „ihrer" Gene auf dem Feld erfahren hatte, verklagte der Konzern Schmeisser auf Zahlung von Lizenzgebühren. Obwohl Schmeisser weder die gentechnisch veränderten Gene haben wollte, noch irgendeine Chance hatte, die Einkreuzung zu verhindern, verlor er den Prozess 2004.

Das Konzept, mit dem Monsanto die Landwirtschaft revolutionieren will, sieht folgendermaßen aus: Es wird durch das Einsetzen von z.B. Spinnengenen in die Gene der Nutzpflanze erreicht, dass die Pflanze gegen ein Totalherbizid (Roundup) resistent ist. Totalherbizid heißt, dass es alles Lebendige tötet, außer der gentechnisch veränderten Nutzpflanze. Es werden so die Erträge gesteigert, große Mengen Spritzmittel eingespart und der Anbau weniger arbeitsintensiv. Mit dieser Technik wird kleinen und großen Bauern ein besseres Auskommen beschert und der Hunger auf der Welt kann bekämpft werden.

Klingt toll, funktioniert aber nicht. Bei sehr vielen Pflanzen treten nun andere Krankheiten auf, die vorher kein Problem darstellten. Außerdem werden die Unkräuter mit der Zeit gegen das Totalherbizid immun. Das führt dazu, dass immer mehr Totalherbizid und auch andere Spritzmittel gegen andere Krankheiten eingesetzt werden müssen. Und nun sind die Bauern von Monsanto komplett abhängig, auch deshalb weil Wiederaussaht von Ernte aus dem letzten Jahr verboten ist. Und die Preise für Saatgut und dazugehörige Spritzmittel sind so hoch, dass die westlichen Bauern mittelfristig weniger verdienen und die Bauern in der „3.Welt" Kredite dafür aufnehmen müssen. Bei schlechter Ernte können diese oft nicht mehr zurückgezahlt werden und es bleibt nur die Abwanderung in die Großstadt-Slums. Außerdem ist in Indien die Selbstmordrate nach der Einführung von gentechnisch veränderter Baumwolle um ein Vielfaches gestiegen. Aber das ist nur ein Problem der grünen Gentechnik:

Die Pollen der genetisch veränderten Pflanzen fliegen kilometerweit herum und kreuzen sich mit Wildpflanzen und anderen Kulturpflanzen. Und dann…

…und dann weiß niemand so genau, was dann passiert. Es wurde vor der Einführung der Gentechnik zu wenig Forschung betrieben um die langfristigen Auswirkungen abschätzen zu können. Fakt ist aber, dass in Mexiko die bewährten einheimischen Maissorten wegen Kreuzung mit Gen-Mais in Gefahr sind. Fakt ist auch, dass Bienen, die in der Nähe von manchen Gen-Raps-Sorten leben, weniger Nachkommen haben. Fakt ist, dass durch die aggressiven Totalherbizide große gesundheitliche Probleme für die Menschen an und auf den Feldern entstehen. Fakt ist, dass es kein Nebeneinander von Gentechnik und normaler oder ökologischer Landwirtschaftgeben kann. Und Fakt ist, dass die Folgen des jetzigen und zukünftigenGentechnikanbaus nur sehr schwer bis überhaupt nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Außerdem ist sich nur die Gentechnik-Lobby sicher, dass für die Tiere und Menschen, die gentechnisch veränderte Nahrung verzehren, keine gesundheitlichen Gefahren bestehen. Monsanto war ursprünglich keine Saatgutfirma sondern ein Chemiekonzern. Zur Konzerngeschichte gehören einige unpopuläre Produkte wie z.B. das im Vietnamkrieg eingesetzte Entlaubungsmittel „Agent Orange", das zu Tod und Krankheit von unzähligen Menschen geführt hat und noch immer führt. Der Konzern kämpft immer noch mit allen Mitteln gegen Entschädigungszahlungen der Opfer. Außerdem hat Monsanto den größten Teil des PCBs produziert und das Wissen über die Gefährlichkeit dieser vielfach eingesetzten Stoffe jahrzehntelang für sich behalten. Der Konzern wurde mehrmals wegen Fälschung von Studien, irreführender Werbung, unerlaubten Anbaus von Gen-Planzen und Bestechung verurteilt. Monsanto kontrolliert 90% aller gentechnisch veränderten Produkte dieser Welt. In den USA sind 9 von 10 Sojapflanzen gentechnisch verändert. In einigen  Entwicklungsländern ist mittlerweile kein normales Saatgut mehrerhältlich. Monsanto kaufte in den letzten Jahren für zweistellige Milliardenbeträge andere Saatgutfirmen auf. Monsanto forscht im Moment nach genetisch verändertem Saatgut, bei dem die Ernte nicht mehr keimfähig ist, so genanntes Terminatorsaatgut. Wenn sich die Gelegenheit bieten würde, würden wahrscheinlich viele Firmen die Nahrungsmittelproduktion dieser Erde kontrollieren wollen. Das Traurige ist, dass Monsanto, wenn der Widerstand nicht wächst, diese Gelegenheit vielleicht bekommt. Bei der Diskussion nach der Filmvorführung wurden Möglichkeiten besprochen, wie jeder einzelne von uns gegen diese Bedrohung kämpfen kann: Josef Ostner empfahl beim Einkaufverstärkt auf Bio-Nahrung umsteigen. Und für Landwirte: Als Futtermittel den noch genügend vorhandenen gentechnikfreien Soja nachzufragen.