Dem Birkenporling wird heilende Wirkung zugeschrieben

Piptoporus betulinus
Birkenporlinge findet man an absterbenden Birkenstämmen (Foto: Breese)

Wer jetzt im Spätherbst im Wald unterwegs ist, kann an absterbenden Birken den Birkenporling finden. Er wird seit alters her als Heilpilz verwendet. Mit dem am Boden wachsenden Birkenpilz hat der Birkenporling nur wenig zu tun.  Anders als dieser wächst der Birkenporling nicht auf dem Waldboden sondern direkt auf dem Holz von umgestürzten oder abgebrochenen Birkenstämmen. Bereits im November oder auch früher brechen aus dem befallenen Holz  knollenartige, weiße Gebilde hervor. Diese Jungpilze wachsen je nach Witterung in den nächsten Wochen bis zu 30 cm in die Breite und ragen 5-20 cm aus der Borke hervor. Die Huthaut ist glatt und anfangs weißlich cremefarben und wandelt sich  später ins  Ockerfarbene. Für Heilzwecke verwendet man junge Fruchtkörper, deren Poren noch eine weißliche Farbe haben. In früheren Zeiten war der Birkenporling  bereits als Heilpilz von Bedeutung.  Im Russischen wird er volkstümlich als Tschaga bezeichnet und auch in Skandinavien wurde er schon früh als Heilpilz gebraucht. In dünne Streifen geschnitten wurde er als Bandage zur Wundheilung verwendet. Auch der Gletschermann Ötzi , trug den Birkenporling bei sich, als er über die Alpenpässe wanderte. Vermutlich gebrauchte er diesen Pilz als Desinfektionsmittel, da  dem Birkenporling eine  entzündungshemmende  und antibakterielle  Wirkung zugeschrieben wird. Da die Art zur großen Gruppe der Zunderschwämme gehört,  vermutete der  Ethnobotaniker  Christian Rätsch, dass Ötzi diesen auch zum Feuermachen benutzte. Der Birkenporling enthält verschiedene Polyporensäuren. Die Polyporensäuren haben eine entzündungshemmende und antibakterielle Wirkung. Einige dieser Säuren werden zur Zeit von verschiedenen Instituten getestet,  ob sie bei der Krebstherapie eingesetzt werden können. Die Volksheilkunde setzt diesen Pilz bei allgemeiner Magenschwäche und Magen-verstimmungen ein. Auch bei Magenreizungen und Magenschleimhautentzündungen  wird der Birkenporling empfohlen. Wer sich bei der Bestimmung des Pilzes nicht sicher ist,  kann sich an die Pilzgruppe Dingolfing-Landau 09951 601318 wenden.