Der Knoblauchschwindling

Obwohl sein Hut nur wenige Zentimeter misst, ist der echte Knoblauchschwindling einer der begehrtesten Würzpilze. (Foto Meindl).
Als Pilzberater bekomme ich über die heutigen „sozialen Kanäle“ oft Bilder zugeschickt mit der Bitte um Bestimmung der photographierten Pilze. Aber Pilze nur über Photos bestimmen ist fahrlässig und kann lebensgefährlich sein. Eine eindeutige Bestimmung und Essensfreigabe gibt es nur für Pilze die mir real vorgelegt werden. Denn bei einem Photo fehlen so wichtige Eigenschaften wie z.B. Geruch, Haptik und manchmal auch der Geschmack. Und beim Thema Geruch als eindeutiges Erkennungsmerkmal sind wir schon bei dem Pilz des Monats, dem Echten Knoblauchschwindling (Mycetinis scorodonius, syn. Marasmius scorodonius).
Der Echte Knoblauchschwindling, auch Kleiner Knoblauchschwindling und im deutsch-französischen Sprachraum Echter Mousseron genannt, ist ein hervorragender Würzpilz. Sein Aroma verliert er auch nicht beim Trocknen und nach dem Genuß dieses Pilzes schwitzt der Körper auch keinen knoblauchartigen Geruch aus. Dementsprechend teuer werden die getrockneten Pilze gehandelt.
Es ist ein eigentlich gar nicht so auffälliger Pilz, der gerade im Bayerwald manchmal in großen Mengen auftritt. Dabei steht er einzeln oder gesellig auf Nadelstreu und Pflanzenresten, er ist von Juni bis November aufzufinden. Der Hut ist im Mittel nur 1-3 cm breit, erst halbkugelig, später abgeflacht mit einem kleinen Buckel, matt in Brauntönen, später ausblassend. Die Lamellen sind am Stiel angeheftet, weißlich, entfernt stehend, mit Zwischenlamellen. Der Stiel ist 3-6 cm lang, röhrig, zäh, dünn, schwarz-bräunlich, zum Stiel hin heller. Das Fleisch ist dünn und etwas zäh, schmeckt knoblauchartig und mild. Die Milde des Geschmackes ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu den auch nach Knoblauch riechenden Doppelgängern, diese riechen und schmecken zwar auch nach Knoblauch aber der Geschmack ist mehr oder weniger scharf. Hier gibt es den Saitenstieligen Knoblauchschwindling, der gerne in kalkreichen Gebieten und dort auf Holzresten wächst und den Großen Knoblauchschwindling, der im Laubwald wächst, gerne auf Blättern. Beide Doppelgänger sind um einiges größer als der Echte Knoblauchschwindling. In sehr kleinen Mengen kann man sie auch als Würzpilz verwenden aber sie sind grundsätzlich Magen-Darm-giftig.
Wer sich bei der Bestimmung des Pilzes nicht sicher ist,  kann sich bei der Pilzgruppe Dingolfing-Landau des Bund Naturschutz unter 09951 601318 Rat holen.