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Der Parasol oder Riesenschirmling

Wer sich schwer tut beim Pilze finden, sollte seine Suche auf den Riesenschirmling konzentrieren. Mit einer Höhe bis zu 50 cm und einem Hutdurchmesser von 30 cm ist er nicht zu übersehen. Es ist der größte bei uns vorkommende Speisepilz. Man findet ihn nicht nur im Wald sondern auch ausserhalb des Waldes an Waldrändern, Strassenböschungen und auf Wiesen. Seine dunklen Hutschuppen, die weissen Lamellen und die oft vorhandene Stielknolle machen so manchen Pilzsammler unsicher. Dabei sind dies wichtige Erkennungszeichen für den Pilz. Von anderen Riesenschirmlingen ist der echte Parasol gut durch seinen braun genatterten Stiel zu unterscheiden. Bei jungen Fruchtkörpern kann die Stielbasis wie ein Teller sein. Je größer der Pilz wird, um so mehr baut er das Teller zu einer Knolle am. Junge Parasol-Pilze haben die Form eines Pauken-Schlegels. Wichtigstes Merkmal für die Bestimmung ist aber der Stielring. Er ist wollig, doppelrandig und man kann ihn bei älteren Exemplaren hin und her schieben. Bei jungen Fruchtkörpern muß man den Ring erst von Stiel lösen, bevor man ihn schieben kann. Es gibt neben dem echten Parasol noch andere Riesenschirmlingsarten mit ebenfalls verschiebbarem Stielring. Der bekannteste ist der im Anschnitt rötende Safranschirmling. Er ist ebenfalls eßbar. Bei Riesenschirmlingen, die auf Komposthaufen wachsen ist Vorsicht angesagt. Es könnte der Gift-Riesenschirmpilz sein, der schon schwere Magen-Darm-Beschwerden ausgelöst hat. Wer ganz sicher sein will, sollte nur Riesenschirmlinge nehmen, deren Fleisch im Anschnitt nicht rötet.  Ganz unproblematisch ist aber auch der echte Parasol nicht, denn ungenügend erhitzt macht auch er Probleme im Bauch. Hier gilt ganz besonders die für Wildpilze allgemein geltende Regel: Mindestens 15 Minuten auf 80 Grad erhitzen. Ansonsten ist der Parasol  für jede Zubereitungsart geeignet. Am besten kommt der nussige Geschmack des Pilzes aber zur Geltung, wenn man den Hut in der Pfanne paniert, oder auch unpaniert brät. Auch die zähen Stiele muß man nicht wegschmeißen. Sie ergeben getrocknet und pulverisiert ein hervorragendes Würzpulver für Suppen uns Soßen.