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Der Rissige Ackerling

Er erscheint im Frühjahr/Sommer auf Äckern und in Parkanlagen

April 2020
Aktuell leidet der Pilzfreund genau wie der Landwirt, es ist einfach zu trocken für gutes Pflanzen- bzw. Pilzwachstum. Es bedarf jetzt einiger verregneter Tage damit die Pflanzen und auch die Pilze anfangen zu sprießen. In diesen Monaten fiebert der Pilzsammler natürlich den Morcheln entgegen aber auch der ein oder andere überraschende Fund läßt das Herz höher schlagen. So erreichen den Bund Naturschutz in dieser Jahreszeit auch immer wieder Telefonanrufe wegen und Handybilder mit Pilzen in oft  großer Anzahl auf Äckern. Eine der Pilzarten die in dieser Zeit und in diesem Habitat vorkommen ist der Rissige Ackerling (Agrocybe dura), auch Weißer Ackerling genannt. Auf Wiesen, in Parkanlagen, auf Grünstreifen aber insbesondere auf Äckern mit Senf oder Raps als abgestorbener Winterbegrünung taucht der Rissige Ackerling teils in großer Zahl auf. Er ist licht- und trockenliebend sowie tolerant gegenüber Stickstoff im Boden. Interessanterweise enthält der Pilz das Antibiotikum Agrocybin.
Der Rissige Ackerling ist ein mittelgroßer Pilz und erinnert von weitem an einen weißen Champignon, der Wiesenchampignon kann durchaus zeitgleich mit dem Rissigen Ackerling auftreten. Der Hut ist weißlich bis gelblich, zwischen ca. 2 – 10 cm  breit, am Rand teils mit herabhängenden Velumresten. Bei Trockenheit reißt der Hut felderig-rissig auf was zu seinem Namen führte. Die Lamellen sind am Stiel angewachsen, von der Farbe her zunächst beige oder violettgrau, später tabakbraun oder erdbraun aber nicht so rosa bis schokoladenbraun wie bei den Champignons. Der Stiel ist weißlich, etwas flockig und besitzt eine schwach ausgebildete Ringzone. Das Fleisch ist fest, der Geruch ist kakaoartig oder schwach mehlig, im Anschnitt wie zerdrücktes Gras. Der Geschmack ist mild bis schwach mehlig. Er erscheint vom Frühjahr bis in den Sommer, gegen Spätherbst immer seltener. Er ist ein Speisepilz und sollte, wie alle Pilze, bei der ersten Zubereitung zunächst in geringer Menge probiert werden. Zu beachten ist in diesem Fall auch ob der Acker bzw. angrenzende Äcker eventuell mit Pestiziden bearbeitet wurden, dann ist natürlich von einem Genuß dieses Pilzes abzuraten.
Der Rissige Ackerling läßt sich mit einigen anderen Arten verwechseln wie dem Voreilenden Ackerling (eßbar) oder dem Krönchenträuschling (giftig). Deshalb: Wer sich bei der Bestimmung des Pilzes nicht sicher ist, soll die Pilzgruppe des Bund Naturschutz bn.landau@t-online.de oder Tel. 09951 601318 kontakten.