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Pilz des Monats Februar: Samtfußrüblinge sammeln oder selber züchten

Bildunterschrift: Der wohlschmeckende Samtfußrübling wächst während der Wintermonate vorzugsweise an Pappel- und Weidenstümpfen.

 

Landau: Wer jetzt im Winter auf Schwammerlsuche geht, wird von seinen Mitmenschen schon etwas seltsam beäugt. Die Schwammerlzeit ist doch längst vorbei, die Ausbeute, besonders an Maronen, war letzten Herbst nicht schlecht und der Auwald ist auch nicht das klassische Pilzrevier. So manchem, der mit seinem Hund an der Isar Gassi geht, werden sie aber in den nächsten Wochen sicher auffallen. Büschel von kleinen, orangefarbigen Lamellenpilzen, teils auf dem Boden, teils an alten Holzstümpfen. Beim Vergleich mit dem Pilzbuch kommt man auf den Namen Samtfußrübling oder Winterpilz. Erst nach den ersten Frösten bildet diese Art Ihre Fruchtkörper aus. In der Literatur ist der Pilz als guter Speisepilz beschrieben. Wegen seiner Häufigkeit steht er nicht unter Schutz und darf uneingeschränkt gesammelt werden. Der Hut des Pilzes wird bis 6 cm groß, ist goldgelb bis orange, manchmal auch rostbraun. Die Huthaut ist klebrig.  Die Hutunterseite bilden Lamellen mit bassgelbem Farbton. Seien Namen hat der Pilz von der samtigen Oberfläche des bräunlichen bis schwärzlichen Stiels. Bei Beachtung der winterlichen Wuchszeit, des Standortes und des braunsamtigen Stiels ist eine Verwechslung mit giftigen Pilzen kaum möglich. Verwendet werden nur die Hüte und ganz junge Stiele. Alte Stiele sind zäh. Der Samtfußrübling ist ein wohlschmeckender Speisepilz der nicht fault oder schimmelt und nicht von Würmern und Maden befallen wird. Traditionell wird der Pilz zur Erhaltung des feinen Geschmacks nur kurz gekocht und dann als Beilage zu Suppen, Gemüse- und Nudelgerichten verwendet. Der Enokitake, wie die Japaner den Samtfußrübling nennen, zählt in Japan neben dem Shitake zu den wichtigsten Kulturpilzen. Seine Zucht ist relativ einfach, da er auf vielen Laubholzarten angesiedelt werden kann. Das Pilzmyzel ist im Gegensatz zu anderen Zuchtpilzen ziemlich unempfindlich gegenüber Schädlingen und besitzt eine große Durchsetzungskraft. Deswegen eignet sich der Samtfußrübling hervorragend als Zuchtpilz für Anfänger. Einfach frisch geschnittene Weidenhölzer in einer feuchte Ecke des Gartens stehend eingraben und reife Fruchtkörper des Samtfußrüblings auf die Schnittfläche legen. Vielleicht sprießen schon im nächsten Winter frische Pilze aus der Rinde.  Wer eher sicher gehen möchte, sollte sich aber Pilzbrut besorgen. Unter dem Namen Enoki-Pilz bekommt man ihn mittlerweile auch hierzulande zu kaufen. In der traditionellen chinesischen Medizin zählt der Pilz seit alters her zu den wichtigsten Heilpilzen bei Krebserkrankungen, Leberleiden, Bluthochdruck und Durchblutungsstörungen. Das Extrakt des Pilzes wird auch zum Frischhalten von Früchten anstatt Schwefel eingesetzt, denn gerade empfindliche Personen reagieren auf Schwefel oft allergisch. Berühmtheit hat der Pilz auch erlangt durch seine Reise ins Weltall. Im Rahmen der D1-Weltraum-Mission wurde in der Schwerelosigkeit der Einfluss der Schwerkraft auf sein Wuchsverhalten untersucht. Weitere Auskünfte erteilt die Pilzgruppe Dingolfing-Landau Tel. 09951 601318.